Der Kryptomarkt zeigt heute rote Zahlen, aber das mit der Trump-Familie verbundene Kryptoprojekt trifft es am härtesten. World Liberty Financial (WLFI) hat mehr als 16 Prozent an Wert verloren, nachdem ein umstrittenes Vorhaben zur Freigabe von über 62 Milliarden Token zur Abstimmung gestellt wurde. Investoren sehen darin eine potenzielle Kursgefahr.
Abstimmung geht mit 99,95 % Zustimmung aus
WLFI ist der größte Verlierer innerhalb der Top 100, mit einem Rückgang von 16,39 Prozent in den letzten 24 Stunden. Bitcoin (BTC) verlor in diesem Zeitraum 1,32 Prozent und Ethereum (ETH) 2,75 Prozent.
Der Coin steht zum Zeitpunkt des Schreibens bei 0,064 Dollar. Das ist der niedrigste Stand aller Zeiten.
World Liberty Financial wurde im Oktober 2024 als DeFi-Plattform ins Leben gerufen, um gegen das traditionelle Bankensystem zu kämpfen. Der WLFI-Token kam am 1. September 2025 auf den freien Markt.

Die Abstimmung über das Vorhaben ist heute live gegangen. Bisher haben 99,95 Prozent dafür gestimmt, mit Unterstützung von 6 Milliarden Token gegenüber nur 3,2 Millionen Gegenstimmen. Das Mindestquorum von 1 Milliarde Stimmen wurde damit deutlich überschritten.
„Dies ist eines der bedeutendsten Vorhaben in der Geschichte von WLFI“, schrieb World Liberty Financial auf X. Laut dem Team wird für mindestens zwei Jahre kein einziger Token auf den Markt kommen, wenn der Vorschlag durchgeht.
Insgesamt werden 62,3 Milliarden Token gesperrt. Für frühe Investoren, die etwa 17 Milliarden WLFI halten, gilt: Sie müssen zunächst zwei Jahre warten und erhalten ihre Token dann schrittweise über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Für das Gründerteam, Berater und Partner gelten strengere Regeln. Sie müssen 10 Prozent ihres Besitzes, etwa 4,5 Milliarden Token, abgeben. Die restlichen circa 40,7 Milliarden bleiben zunächst zwei Jahre komplett gesperrt und werden danach über fünf Jahre hinweg schrittweise freigegeben.
Ein Monat zum Vergessen
In der vergangenen Woche hat WLFI fast 19 Prozent verloren und diesen Monat steht ein Minus von 38 Prozent auf dem Kurszettel.

Die Probleme begannen am 9. April, als bekannt wurde, dass WLFI seine eigenen Token als Sicherheit verwendet hatte, um 75 Millionen Dollar auf einer DeFi-Plattform zu leihen, an der ein WLFI-Berater beteiligt ist. Dadurch konnten normale Nutzer für kurze Zeit nicht auf ihr Geld zugreifen und der Kurs stürzte um 12 Prozent ab.
Einige Tage später erhob Justin Sun Vorwürfe. Der Tron-Gründer beschuldigte WLFI, seine Investoren wie eine „persönliche Geldmaschine“ zu behandeln und enthüllte, dass das Team über eine geheime Funktion im Smart Contract jede Wallet einfrieren kann.
Am 15. April wurde dann das umstrittene Vorhaben vorgestellt und Sun nannte es eines der „absurdesten“, das er je gesehen habe. Sun hat das Unternehmen verklagt, weil es seine Token eingefroren und ihm das Stimmrecht entzogen haben soll, doch WLFI schlägt mit Vorwürfen des Fehlverhaltens hart zurück.
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