Im Mai endet die Amtszeit von Jerome Powell als Vorsitzender der Federal Reserve (Fed), und die Suche nach einem Nachfolger ist in vollem Gange. Präsident Donald Trump trifft sich diese Woche mit Rick Rieder, einem hochrangigen Manager von BlackRock. Doch wie steht Rieder eigentlich zum amerikanischen Zinskurs?

Trump zieht BlackRock-Manager für Fed-Vorsitz in Betracht

Donald Trump plant, Rick Rieder, Leiter des Anleihegeschäfts bei BlackRock, als möglichen Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Federal Reserve zu interviewen. Das berichtet Fox Business unter Berufung auf Quellen aus der US-Regierung.

Das Gespräch soll laut denselben Quellen am Donnerstag im Weißen Haus stattfinden, unter anderem in Anwesenheit von Stabschefin Susie Wiles, Finanzminister Scott Bessent und dem stellvertretenden Stabschef Dan Scavino.

Mit diesem Gespräch schließt Trump seine Reihe von Interviews ab. Neben Rieder sollen auch der ehemalige Fed-Direktor Kevin Warsh, der Direktor des National Economic Council, Kevin Hassett, und Fed-Gouverneur Christopher Waller in der engeren Auswahl sein.

Rieder gilt als dovish – Auswirkungen auf Bitcoin möglich

Rieder ist als dovish bekannt. Das bedeutet, dass er ein lockeres monetäres Regime und niedrigere Zinssätze bevorzugt, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Im Gegensatz zu Powell hat Rieder häufiger geäußert, dass er die US-Wirtschaft für widerstandsfähiger hält und dass Zinssenkungen ohne direkte Inflationsrisiken möglich sind.

Für den Kryptomarkt und die breiteren Finanzmärkte könnte dies vorteilhaft sein. Niedrigere Zinsen machen Kredite günstiger und erhöhen die Geldmenge im Umlauf. Dieses Kapital sucht dann schneller nach Renditen, oft in risikoreicheren Anlagen wie Bitcoin (BTC).

Trump im Konflikt mit Powell

Trump hatte Powell 2017 selbst für den Fed-Vorsitz nominiert, doch seitdem hat sich die Beziehung merklich abgekühlt. Während Trump deutliche Zinssenkungen fordert, setzt Powell auf eine vorsichtige Politik, auch wegen der Inflationsrisiken in den USA.

Trump hat erklärt, dass er seine Entscheidung für den neuen Fed-Vorsitz im Januar bekanntgeben wird. Sollte er sich für jemanden entscheiden, der derzeit keinen Sitz im Vorstand innehat, könnte diese Person eine vakante Position übernehmen.

Diese Möglichkeit besteht tatsächlich. Die Amtszeit des Fed-Direktors Stephen Miran endet nämlich Ende Januar. Miran ist, wie Rieder, ein Befürworter erheblicher Zinssenkungen.

Miran sagte kürzlich bei Fox Business: „Ich denke, die aktuelle Politik ist zu restriktiv und bremst die Wirtschaft. Eine Zinssenkung von mehr als 100 Basispunkten wäre gerechtfertigt.“

Der Leitzins der Fed liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Eine Senkung um 100 Basispunkte würde diesen Bereich auf 2,50 bis 2,75 Prozent zurückführen.

Powell unter Druck der Justiz

Jerome Powell wird unterdessen vom US-Justizministerium untersucht. Ihm wird vorgeworfen, dem Kongress falsche Informationen zu den Kosten eines Renovierungsprojekts am Fed-Hauptsitz gegeben zu haben.

Powell sieht das Verfahren nicht als Zufall, sondern als Zeichen steigenden politischen Drucks, insbesondere von Trump. „Es geht hier um die Unabhängigkeit der Geldpolitik“, erklärte der Vorsitzende.

Diese Spannungen könnten ungewollte Auswirkungen auf die Märkte haben. Zweifel an einer politisch beeinflussten Zentralbank untergraben das Vertrauen in traditionelle Finanzinstitutionen. In solchen Situationen suchen Investoren oft Zuflucht in Alternativen wie Bitcoin oder Edelmetallen wie Gold und Silber.

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