Präsident Donald Trump bezeichnete in einer seltenen Fernsehansprache den Krieg mit Iran als erfolgreich, kündigte jedoch zugleich an, dass die USA in den kommenden zwei bis drei Wochen weiter hart zuschlagen werden.
Die etwa zwanzigminütige Ansprache aus dem Weißen Haus war die erste offizielle nationale Ansprache seit Beginn des Konflikts am 28. Februar.
„Strategische Ziele kurz vor Abschluss“
Trump betonte, dass die amerikanischen Streitkräfte in den vergangenen Wochen große Erfolge erzielt haben. Seiner Meinung nach seien die iranische Marine, Luftwaffe und Raketenkapazitäten weitgehend ausgeschaltet und auch das Nuklearprogramm schwer getroffen.
Der Präsident sprach von Zielen, die im Rahmen der Operation Epic Fury „fast erreicht“ seien. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Operation noch nicht beendet sei. In den nächsten zwei bis drei Wochen wollen die USA die Angriffe weiter intensivieren.
Wenn Iran kein Abkommen schließt, drohte Trump mit einer starken Eskalation. Er warnte, dass die Vereinigten Staaten in diesem Szenario alle iranischen Kraftwerke gleichzeitig abschalten könnten.
Märkte reagieren erschrocken auf Ansprache
Statt Beruhigung brachte die Ansprache Unruhe auf den Märkten. Der Ölpreis stieg um fast sechs Prozent, Anleiherenditen zogen an und der Dollar wurde stärker. Gleichzeitig gerieten US-Aktienfutures unter Druck.
Laut Devisenstratege Rodrigo Catril von der National Australia Bank birgt die Strategie, durch Eskalation zur Deeskalation zu gelangen, Risiken. Anleger scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, dass der Konflikt noch lange nicht vorbei ist und die USA den Druck gezielt erhöhen, um Iran zu einem Abkommen zu zwingen.
Auch in Asien fielen die Reaktionen negativ aus. Der japanische Nikkei schloss 1,4 Prozent im Minus, der südkoreanische Kospi verlor fast drei Prozent und der Hang Seng in Hongkong eröffnete im roten Bereich.
Straße von Hormus bleibt Zankapfel
Zur Straße von Hormus, dem zentralen wirtschaftlichen Brennpunkt des Konflikts, blieb Trump vage. Die Wasserstraße ist seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert, mit erheblichen Folgen für den Ölmarkt. Der Ölpreis ist seither um etwa 60 Prozent gestiegen.
Trump betonte erneut, dass Länder, die auf Öl aus dem Nahen Osten angewiesen sind, selbst Verantwortung für die Sicherheit der Passage übernehmen müssen. Seiner Ansicht nach liegt es an den Verbündeten, die Route zu schützen.
Ein konkreter Plan blieb aus. Trump erklärte jedoch, dass die Wasserstraße seiner Meinung nach von selbst wieder geöffnet wird, sobald der Konflikt endet.
Iran antwortet mit Brief an Amerikaner
Vor Trumps Ansprache wählte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian einen bemerkenswerten Schritt. Er veröffentlichte einen offenen Brief an die amerikanische Bevölkerung, in dem er betonte, dass Iran keine Feindseligkeit gegenüber normalen Amerikanern empfindet.
In dem Brief warnte er, dass weitere Eskalationen den Konflikt nur teurer und sinnloser machen. Gleichzeitig hob er hervor, dass insbesondere Angriffe auf die Infrastruktur direkt die iranische Bevölkerung treffen und rief zu mehr Zurückhaltung und Diplomatie auf.
Widersprüchliche Signale von Trump
Die Ansprache unterstreicht die widersprüchliche Linie, die Trump seit Beginn des Konflikts verfolgt. Er sprach erneut von einem schnellen Ende des Krieges, kündigte jedoch gleichzeitig Wochen intensiver Angriffe an. Auch erklärte er sich offen für ein Abkommen, während er es gleichzeitig nicht als notwendig bezeichnete. Verbündete werden für ihre begrenzte Unterstützung kritisiert, laut Trump könne die USA aber auch ohne sie auskommen.
Zugleich rief er die Amerikaner zur Geduld auf und setzte den Konflikt in einen historischen Kontext. Laut Trump dauerten frühere Kriege wie der Erste und Zweite Weltkrieg, Korea, Vietnam und Irak Jahre, während dieser Konflikt erst 32 Tage andauert.
Er erinnerte auch an die dreizehn gefallenen US-Soldaten und betonte, dass deren Tod seine Entschlossenheit verstärkt habe.
Der politische Druck auf Trump nimmt derweil zu. Umfragen zeigen, dass ein wachsender Teil der Amerikaner dem Krieg kritisch gegenübersteht. Mit den anstehenden Midterms im November wird der Konflikt zu einem immer größeren Risiko für die Republikanische Partei.
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