Der Goldpreis hat seit Anfang 2022 um mehr als 160 % zugenommen und befindet sich auf einem historischen Hoch. Doch laut Bloomberg-Stratege Mike McGlone könnte diese Rallye nun vorbei sein. Der Hauptantrieb, geopolitische Unruhe, könnte seiner Meinung nach schwächer werden. Er zieht dieselbe Schlussfolgerung für Silber und Öl.
Goldanstieg durch Angst, nicht durch Fundamentaldaten
McGlone zufolge wurde der Anstieg des Goldpreises vor allem durch internationale Instabilität und Spannungen zwischen den USA und anderen Ländern getrieben. Zentralbanken und Anleger suchten Schutz vor Unsicherheit, Inflation und möglichen Eskalationen.
In einer aktuellen Analyse weist er darauf hin, dass der Wegfall antiamerikanischer Regime in Ländern wie Syrien und Venezuela das geopolitische Umfeld verändert. Sollte Iran eine ähnliche politische Wende vollziehen, entfalle seiner Meinung nach die letzte große Stütze für den Goldpreis. Er spricht von „bröckelnden Pfeilern“ der Goldrallye.
Auch Silber und Öl könnten Hochpunkte erreicht haben
McGlone überträgt diese Einschätzung auch auf andere Rohstoffe. Brent-Öl bei etwa 80 Dollar pro Barrel und Silber bei rund 100 Dollar könnten seiner Ansicht nach mehrjährige Hochs markieren. Die jüngsten Anstiege seien auch durch vorübergehende Spannungen auf wichtigen Produktions- und Transportrouten verursacht. Lassen diese nach, könnten die Preise zurückgehen.
Sowohl Gold als auch Silber haben kürzlich nach vorherigen starken Anstiegen bereits einige Prozente eingebüßt. Das könnte ein erstes Zeichen einer Abkühlung sein.
Geopolitische Ruhe ist jedoch nicht garantiert
Dennoch sei es laut verschiedenen Marktexperten verfrüht, die Goldrallye abzuschreiben. Historisch führte amerikanische Militärintervention oft zu langfristiger Instabilität. Beispiele wie Libyen und Afghanistan zeigen, dass Regimewechsel unerwartete Folgen haben können.
Sollte sich die geopolitische Ruhe als nur vorübergehend erweisen, könnte Gold erneut von einer Flucht in Sicherheit profitieren.
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