Tether, das Unternehmen hinter USDT – der weltweit größten Stablecoin – hat seine Bitcoin-Mining-Aktivitäten in Uruguay aufgrund stark gestiegener Energiekosten eingestellt. Das hat das Unternehmen bestätigt. Trotz des Stopps betont Tether, dass seine langfristigen Pläne in Lateinamerika weiterverfolgt werden.
Finanzielle Spannungen mit Energieversorgern
Die Entscheidung folgt auf wochenlange Spekulationen über einen möglichen Rückzug aus Uruguay, nachdem Berichte über offene Schulden in Höhe von 4,8 Millionen US-Dollar gegenüber einem staatlichen Energieunternehmen aufgetaucht waren. Tether bestritt zunächst, das Land verlassen zu wollen, räumte jedoch ein, dass es Zahlungsrückstände gebe.
Die uruguayische Nachrichtenagentur El Observador berichtete dem Vernehmen nach, dass Tether das Arbeitsministerium inzwischen offiziell über die Aussetzung der Aktivitäten und die Entlassung von rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern informiert habe.
Nachhaltige Ambitionen unter Druck
Ursprünglich hatte Tether im Mai 2023 angekündigt, in Uruguay nachhaltige Bitcoin-Mining-Aktivitäten aufzubauen. Das Land, das zu großen Teilen auf erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft setzt, galt als idealer Standort.
Der damalige CEO Paolo Ardoino erklärte seinerzeit, Tether wolle beim umweltfreundlichen Kryptomining eine Vorreiterrolle einnehmen, indem es die grüne Energie nutze, die Uruguay zu bieten hat. Obwohl Tether keine Details zu lokalen Partnern nannte, wurden die Aktivitäten mit dem staatlichen Energieversorger UTE und dem kommerziellen Betreiber Microfin in Verbindung gebracht.
Investitionen durch unbezahlte Rechnungen unter Druck
Im September berichtete Telemundo, dass Tether eine geplante Investition von 500 Millionen US-Dollar in Uruguay zurückgefahren habe. Nach Angaben lokaler Medien soll das Unternehmen eine Stromrechnung in Höhe von 2 Millionen US-Dollar nicht bezahlt haben, zuzüglich weiterer 2,8 Millionen US-Dollar für andere Projekte.
Tether bestritt, das Land verlassen zu wollen, räumte jedoch ein, dass die Verbindlichkeiten bestehen und man mit der Regierung im Gespräch sei, um eine Lösung zu finden. Laut El Observador hat Tether bislang mindestens 100 Millionen US-Dollar in Mining-Aktivitäten und rund 50 Millionen US-Dollar in Infrastruktur investiert. Tether wollte diese Zahlen nicht bestätigen.
Tether sieht weiterhin Chancen in Lateinamerika
Auch wenn die Mining-Aktivitäten in Uruguay eingestellt wurden, betont Tether, dass Lateinamerika für die künftigen Pläne wichtig bleibt – insbesondere für Projekte, die auf erneuerbare Energiequellen setzen. Das Unternehmen erklärt, die Lage in Uruguay und in der weiteren Region weiterhin genau zu beobachten.
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