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Tether-CEO Paolo Ardoino hat scharf auf eine jüngste Herabstufung durch die Ratingagentur S&P Global reagiert. Das Unternehmen senkte am Mittwoch die Bewertung der Fähigkeit von USDT, seine Bindung an den US‑Dollar zu halten, auf das Prädikat „schwach“ – die niedrigste Stufe auf der Skala von S&P. Der Schritt sorgte für Unruhe in der Kryptobranche, in der Tether als größter Stablecoin-Emittent eine Schlüsselrolle spielt.
Nach Ansicht von Ardoino berücksichtigt S&P nicht alle Vermögenswerte und Einnahmequellen des Unternehmens. Aus dem Q3-Attestierungsbericht geht hervor, dass Tether über rund 215 Milliarden US‑Dollar an Gesamtvermögen verfügt, bei 184,5 Milliarden US‑Dollar ausstehenden Stablecoins. Darüber hinaus soll das Unternehmen rund 7 Milliarden US‑Dollar an zusätzlichem Eigenkapital und weitere 23 Milliarden US‑Dollar an einbehaltenen Gewinnen besitzen.
Ardoino betont zudem, dass die Ratingagentur auch die rund 500 Millionen US‑Dollar monatlichen Gewinn außer Acht lasse, die Tether seinen Angaben nach aus US-Staatsanleihen erzielt. „S&P begeht denselben Fehler, indem unsere zusätzliche Gruppeneigenkapitalbasis und unsere strukturellen Einnahmen nicht einbezogen werden“, sagte er.
Die Herabstufung richtete sich unter anderem auf den Anteil von Bitcoin und Gold in den Reserven von Tether – ein Punkt, der nach Einschätzung von S&P Risiken für die Stabilität der Dollarbindung mit sich bringt.
Arthur Hayes, Gründer der Kryptobörse BitMEX, vermutet, dass Tether verstärkt Gold und Bitcoin kauft, um künftig sinkende Erträge zu kompensieren, falls die Zinsen in den Vereinigten Staaten weiter fallen. Zugleich warnt er jedoch, dass ein starker Preiseinbruch dieser Anlagen Probleme auslösen könnte. Ein Rückgang um 30 Prozent könnte theoretisch das gesamte Eigenkapital auslöschen, so Hayes.
Joseph Ayoub, ehemaliger Leiter der Forschung zu digitalen Vermögenswerten bei Citi, widerspricht dieser Einschätzung. Er habe „hunderte Stunden“ in die Analyse von Tether investiert und sei zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen mehr Vermögenswerte halte, als es offiziell ausweise.
Zudem bezeichnet er Tethers Geschäftsmodell als äußerst profitabel: Mit nur rund 150 Beschäftigten generiere das Unternehmen Zinserträge in Milliardenhöhe und sei damit besser abgesichert als viele traditionelle Banken.
Ein Großteil des Kryptohandels läuft über Stablecoins, wobei USDT klar dominiert. Eine Herabstufung oder ein Vertrauensverlust kann daher Auswirkungen auf die Liquidität am Markt haben. Bislang wirken die Anleger jedoch gespalten: Während Kritiker auf die Anfälligkeit für Preisschocks bei Gold und Bitcoin hinweisen, verweisen andere auf Tethers Profitabilität und den umfangreichen Puffer.
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