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Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde Financial Supervisory Service (FSS) wird ab 2026 ihre Überwachung des Kryptomarktes erheblich ausweiten. Der Grund ist die wachsende Besorgnis über Preismanipulationen und Handelspraktiken, die den Markt stören könnten, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Die Maßnahme soll Anleger besser schützen und die Stabilität des Kryptomarktes erhöhen.
Laut FSS-Gouverneur Lee Chang-jin will die Behörde gezielt gegen Aktivitäten vorgehen, die die Marktordnung untergraben. Der Fokus liegt unter anderem auf koordinierte Handelsaktivitäten, groß angelegten Transaktionen durch große Marktteilnehmer und dem Missbrauch technischer Störungen an Kryptobörsen.
Die FSS legt besonderen Wert auf Handelspraktiken, bei denen große Mengen Kryptowährungen eingesetzt werden, um Preise zu beeinflussen. Solche Akteure, oft als Wale bezeichnet, können mit relativ wenigen Transaktionen erhebliche Kursbewegungen hervorrufen.
Auch technische Probleme bei Kryptobörsen werden verstärkt betrachtet. In Südkorea wird untersucht, wie Händler von Unterbrechungen bei Einzahlungen oder Abhebungen profitieren. Diese Praxis, lokal als ‚Gating‘ bekannt, kann das verfügbare Angebot an einer Börse einschränken und so künstliche Preissteigerungen oder -senkungen hervorrufen.
Laut der Aufsichtsbehörde können Preise während Störungen oder Wartungsarbeiten erheblich von den übrigen Marktkonditionen abweichen. Dadurch entstehen Bewegungen, die wenig mit Angebot und Nachfrage auf dem breiteren Kryptomarkt zu tun haben. Die FSS möchte daher verstärkt Handelsaktivitäten in solchen Zeiträumen überwachen.
Um verdächtige Handelsaktivitäten schneller zu erkennen, erweitert die FSS den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mittels automatisierter Systeme werden Preisbewegungen in sehr kurzen Zeitintervallen analysiert.
Darüber hinaus entwickelt die Aufsichtsbehörde Technologien, um Gruppen von kooperierenden Konten zu identifizieren. Zudem wird Textanalyse eingesetzt, um zu erkennen, ob über soziale Medien bewusst irreführende Informationen verbreitet werden, um den Markt zu beeinflussen. Anfang Februar gab die FSS bekannt, dass die Überwachung zunehmend weniger von manuellen Kontrollen abhängig ist.
Neben einer strengeren Durchsetzung bereitet sich Südkorea auf neue Vorschriften für digitale Vermögenswerte vor. Die FSS hat dafür eine spezielle Taskforce eingerichtet, um die Einführung des Digital Asset Basic Act vorzubereiten. Dieses Gesetz bildet die zweite Phase des nationalen Regulierungsrahmens für Kryptowährungen.
Die Taskforce befasst sich mit der praktischen Umsetzung des Gesetzes, einschließlich Transparenzanforderungen, Überwachung von Kryptobörsen und Lizenzbedingungen. Ziel ist es, den Markt für Unternehmen und Anleger übersichtlicher und sicherer zu gestalten.
Die verschärften Maßnahmen folgen auf mehrere Vorfälle bei südkoreanischen Kryptobörsen. So gab Bithumb kürzlich bekannt, dass aufgrund eines Promotionfehlers zu viel Bitcoin an Nutzer ausgezahlt wurde. Letztendlich wurden 99,7 Prozent dieses Betrags zurückgefordert. Obwohl keine Kundengelder verloren gingen, führte der Vorfall zu erheblichen Preisschwankungen.
Auch die Kryptobörse Upbit steht im Fokus. Die FSS untersucht starke Kursbewegungen des ZKsync-Tokens, die während einer Wartungsperiode der Plattform auftraten. Die Aufsichtsbehörde analysiert die Handelsdaten und schließt nicht aus, dass die Untersuchung ausgeweitet wird.
Upbit-Betreiber Dunamu erklärt, dass es über interne Systeme verfügt, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, und eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet. Laut dem Unternehmen können relevante Handelsdaten schnell bereitgestellt werden, wenn dies angefordert wird.
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