Südkorea verschärft die Vorschriften für Kryptobörsen deutlich. Die Finanzaufsichtsbehörde FSC verpflichtet Plattformen künftig, ihre Buchhaltung alle fünf Minuten zu überprüfen und mit den tatsächlichen Guthaben der Kunden abzugleichen. Diese Maßnahme folgt auf eine Untersuchung der Branche, die mehrere Mängel aufdeckte.
Von einmal täglich auf alle fünf Minuten
Die Verschärfung ist erheblich. Die Untersuchung ergab, dass einige große Kryptobörsen ihre Salden nur einmal alle 24 Stunden überprüften. Fehler konnten so stundenlang unbemerkt bleiben. Anlass war der Vorfall bei Bithumb Anfang dieses Jahres, bei dem die Plattform versehentlich 620.000 Bitcoin (BTC) während einer Werbeaktion auszahlte.
Unter den neuen Vorschriften müssen Börsen automatisierte Systeme einsetzen, die kontinuierlich die Buchhaltung mit den tatsächlichen Guthaben vergleichen. Bei großen Abweichungen muss der Handel automatisch gestoppt werden.
Strengere Anforderungen an interne Prozesse
Die Maßnahmen gehen über technische Kontrollen hinaus. Risikobehaftete Prozesse wie Promotionen mit Krypto-Auszahlungen müssen künftig mehrere Genehmigungsrunden durchlaufen und extern geprüft werden.
Börsen sind auch verpflichtet, risikoreiche Konten besser zu trennen und fortschrittliche Zahlungskontrollsysteme zu implementieren. Externe Prüfungen werden von vierteljährlich auf monatlich erhöht. Plattformen müssen detaillierter über ihre Guthaben berichten, einschließlich Einblick in Salden pro Wallet.
Die FSC erwartet, die notwendigen Gesetzesänderungen bis April abzuschließen.
Branche spürt den Druck
Die verschärften Regeln kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die südkoreanische Kryptobranche bereits unter Druck steht. Bithumb hat seinen geplanten Börsengang erneut auf nach 2028 verschoben und konzentriert sich zunächst auf die Verbesserung interner Kontrollen. Naver Financial verschob den geplanten Aktientausch mit dem Kryptounternehmen Dunamu um drei Monate.
Südkorea setzt damit einen Standard, der möglicherweise von anderen Ländern übernommen wird. Die Botschaft der Aufsichtsbehörde ist klar: Kontrollen einmal täglich sind in einem Markt, in dem Millionen in Sekunden verschwinden können, nicht mehr akzeptabel.
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