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Die südkoreanische Polizei hat Ermittlungen gegen lokale Nutzer von Polymarket aufgenommen, einer beliebten Plattform für Vorhersagen zu politischen, wirtschaftlichen und sportlichen Ereignissen. Es wäre das erste Mal, dass südkoreanische Behörden gezielt wegen möglicher Verstöße gegen das nationale Glücksspielrecht gegen Nutzer der Plattform ermitteln.
Die Ermittlungen werden laut lokalen Medien von der Provinzpolizei von Gangwon auf Antrag des nationalen Polizeikorps geleitet. Der Fall unterstreicht die zunehmende Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden für Vorhersagemärkte, eine Branche, die weltweit immer stärker unter juristischen und politischen Druck gerät.
Polymarket ist ein sogenannter Vorhersagemarkt, auf dem Nutzer Geld auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse setzen können. Dies reicht von Wahlen und Wirtschaftsdaten bis hin zu Sportergebnissen und geopolitischen Entwicklungen.
Obwohl sich die Plattform als Vorhersagemarkt präsentiert, betrachten verschiedene Regulierungsbehörden solche Aktivitäten als eine Form des Online-Glücksspiels. Dies sorgt in mehreren Ländern für juristische Diskussionen über den Status der Plattform.
Laut südkoreanischem Recht ist Sports Toto derzeit die einzige von der Regierung genehmigte Plattform für Sportwetten. Andere Online-Glücksdienste könnten gegen das Gesetz verstoßen.
Die südkoreanischen Behörden untersuchen, ob die Teilnahme an Polymarket unter die bestehende Glücksspielgesetzgebung fällt. Wenn Nutzer des illegalen Glücksspiels für schuldig befunden werden, droht ihnen eine Geldstrafe von bis zu 10 Millionen Won, umgerechnet etwa 6.500 Dollar.
Die Ermittlungen konzentrieren sich vorerst auf lokale Nutzer der Plattform. Weitere Details über die Anzahl der beteiligten Personen wurden nicht bekannt gegeben.
Der Zeitpunkt der Untersuchung ist bemerkenswert. Kürzlich fanden in Südkorea wichtige lokale Wahlen statt, bei denen die regierende Demokratische Partei von Präsident Lee Jae-myung einen Großteil der Wahlen gewann.
Auf Polymarket konnten Nutzer unter anderem spekulieren, ob Lee Jae-myung Präsident werden würde. Laut Daten der Plattform generierte dieser Markt ein Handelsvolumen von fast 54.000 Dollar.
Politische Vorhersagen gehören weltweit zu den beliebtesten Kategorien auf Vorhersagemärkten. Gleichzeitig sorgen sie für zunehmende Besorgnis bei Regulierungsbehörden wegen möglicher Marktmanipulation und Insiderhandel.
Die südkoreanische Untersuchung steht nicht allein. Immer mehr Länder ergreifen Maßnahmen gegen Polymarket oder untersuchen den rechtlichen Status der Plattform.
Länder wie Singapur, Polen, Portugal, Ungarn, die Ukraine, Brasilien und Indonesien haben den Zugang zu Polymarket inzwischen eingeschränkt oder vollständig blockiert. Laut dem Unternehmen selbst ist die Plattform derzeit in 35 Regionen weltweit nicht verfügbar.
Die Entwicklungen zeigen, wie Regierungen mit dem raschen Aufstieg von blockchain-basierten Vorhersagemärkten kämpfen, die oft außerhalb traditioneller Finanz- und Glücksspielregulierung agieren.
Auch in den USA wird Polymarket unter die Lupe genommen. Anfang des Jahres wurde ein Gesetzesentwurf eingebracht, der politische Vorhersagetransaktionen durch Regierungsbeamte einschränken soll.
Die Diskussion kam in Schwung, nachdem ein Nutzer über 400.000 Dollar mit einer Vorhersage zum Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verdiente. Dies führte zu Bedenken über die mögliche Nutzung nicht-öffentlicher Informationen.
Im Mai schickte der US-amerikanische Oversight and Government Reform Committee zudem Briefe an die Geschäftsleitungen von Polymarket und dem Konkurrenten Kalshi. Dabei wurde nachgefragt, wie die Plattformen mit Vorwürfen von Insiderhandel umgehen.
Als Reaktion auf den zunehmenden Druck der Regulierungsbehörden erwägt Polymarket, ob ein verpflichtendes Identitätsverifizierungssystem eingeführt werden kann. Damit würde die Plattform den internationalen Know Your Customer (KYC)-Standards entsprechen, die zur Bekämpfung von Betrug, Geldwäsche und anderen illegalen Aktivitäten eingesetzt werden.
Ob Südkorea letztlich weitere Maßnahmen gegen Polymarket ergreifen wird, ist noch unklar. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass die Kontrolle über Vorhersagemärkte weltweit weiter zunimmt, während die Beliebtheit dieser Plattformen weiter wächst.
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