Ob der Bitcoin (BTC)-Kurs steigt oder fällt – Strategy lässt sich davon nicht beirren. Das US-Unternehmen zeigt sich unbeeindruckt und hat erneut BTC im Wert von Dutzenden Millionen US-Dollar zugekauft. Dennoch gibt es Sorgen, denn die Summen sind längst nicht mehr so hoch, wie man es vom Unternehmen gewohnt ist.
Strategy stockt BTC-Position um Millionen auf
Strategy kaufte Bitcoin im Wert von 43,4 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen fügte der Bilanz damit 390 BTC hinzu. Die Käufe erfolgten zu einem Durchschnittspreis von 111.053 US-Dollar pro Stück, etwas unter dem aktuellen Marktpreis von rund 115.100 US-Dollar. Firmengründer Michael Saylor deutete den Kauf übrigens bereits gestern mit einem „Orange-Dot-Day“-Beitrag auf X an.
Mit dem Zukauf steigen die Gesamtbestände des Unternehmens auf stolze 640.808 BTC. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Wert von über 73,8 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Einstandspreis je Token liegt laut Daten von SaylorTracker bei 74.032 US-Dollar. Damit hat Strategy auf dem Papier einen beeindruckenden Gewinn von 26,4 Milliarden US-Dollar aufgebaut.
Die Aktie des Unternehmens legte zur Eröffnung der US-Börse sofort um 3,17 Prozent zu. Über die vergangenen sechs Monate liegt das Papier jedoch weiterhin 20 Prozent niedriger. Anleger bleiben wegen einer möglichen Aktienverwässerung besorgt. Für neue Bitcoin-Käufe gibt das Unternehmen nämlich häufig zusätzliche Aktien aus, um Kapital aufzunehmen. Das erhöht die Gesamtzahl der Aktien, wodurch bestehende Anteile an Wert verlieren können.
BTC-Käufe lassen nach
Obwohl Strategy weiterhin regelmäßig Bitcoin auf die Bilanz nimmt, fallen die Käufe seit Monaten deutlich kleiner aus. Während das Unternehmen im Juli noch über 31.000 BTC erwarb und im September 3.526 BTC, steht der Zähler in diesem Monat bei 778 BTC – dem niedrigsten Monatswert dieses Jahres.
Der starke Rückgang der Käufe von Strategy liegt vor allem an Finanzierungsproblemen. Das Unternehmen finanziert seine Bitcoin-Käufe üblicherweise durch die Ausgabe neuer Aktien. Anleger zahlen dabei mitunter einen Aufschlag – den Unterschied zwischen dem Marktpreis der Aktie und dem Wert der zugrunde liegenden Bitcoin je Aktie.
Je höher dieser Aufschlag, desto mehr Kapital nimmt Strategy bei einer Aktienemission ein. Dieser Aufschlag sank jedoch von 208 Prozent Anfang dieses Jahres auf nur 4 Prozent, so Analyst Maartunn. Dadurch nimmt das Unternehmen nun deutlich weniger Geld ein und kann weniger aggressiv einkaufen.
Unternehmen horten Bitcoin
Strategy bleibt mit Abstand der größte öffentliche Bitcoin-Halter der Welt. Mit dem aktuellen Bestand repräsentiert das Unternehmen allein 3 Prozent des gesamten umlaufenden Angebots.
Die Strategie von Strategy wirkt ansteckend: Inzwischen halten nicht weniger als 207 börsennotierte Unternehmen zusammen mehr als 1,051 Millionen BTC, wie Daten von BitcoinTreasuries zeigen. Das entspricht fast 5,3 Prozent des gesamten umlaufenden Angebots.
Fed-Zinsentscheid steht bevor
Die Käufe erfolgen in einer Phase, in der Bitcoin wieder Rückenwind hat. Vor vier Tagen erreichte die Kryptowährung noch ein Tief von 107.000 US-Dollar. Seitdem ist der Kurs um rund 5,3 Prozent gestiegen. Anleger blicken nun gespannt auf den Zinsentscheid der Federal Reserve (Fed) am kommenden Mittwoch.
Eine mögliche Zinssenkung könnte sich positiv auf risikoreiche Anlagen wie Bitcoin auswirken, weil Kredite dann günstiger werden und mehr Kapital in Umlauf kommt. Dieses zusätzliche Geld sucht häufig Rendite und findet seinen Weg etwa in Krypto. Laut Terminmarkt liegt die Wahrscheinlichkeit bei 97,8 Prozent, dass die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt werden.
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