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Der Bitcoin-Kurs hat eine schwierige Phase hinter sich. Innerhalb eines Monats verlor die größte Kryptowährung mehr als zwanzig Prozent ihres Wertes, und viele Anleger befürchten, dass der Rückgang noch nicht vorbei ist. Standard Chartered sieht jedoch Chancen entstehen. Laut der britischen Bank befindet sich Bitcoin (BTC) nahe an einem Boden, und die jüngste Kursschwäche könnte sich rückblickend als attraktiver Einstiegspunkt erweisen.
Analyst Geoffrey Kendrick von Standard Chartered stellt fest, dass sich der Markt möglicherweise näher an einer Erholung befindet, als viele Anleger denken. Er verweist dabei auf starke ETF-Daten und das Verhalten großer institutioneller Käufer.
Laut Kendrick war die vergangene Woche besonders schmerzhaft für den Kryptomarkt. Bitcoin fiel stark, und auch Ethereum (ETH) erlitt schwere Verluste. Doch der Analyst sieht Anzeichen dafür, dass die Verkaufswelle ihrem Ende zugeht.
„Wenn wir Ende 2026 zurückschauen und Bitcoin bei 100.000 Dollar und Ethereum bei 4.000 Dollar stehen, werden wir diese Phase wahrscheinlich als die Kaufzone betrachten, auf die alle gehofft haben“, schrieb Kendrick in einer Mitteilung an Kunden.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels handelt Bitcoin bei etwa 63.000 Dollar. Damit steht die Kryptowährung rund vierzehn Prozent niedriger als vor einer Woche und mehr als zwanzig Prozent niedriger als vor einem Monat.
Ein wesentlicher Grund für den Optimismus von Standard Chartered ist die Stabilität der US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs. Im Februar warnte Kendrick noch davor, dass Anleger massiv aus diesen Fonds aussteigen könnten, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen würde.
Dieses Szenario ist laut ihm jedoch ausgeblieben. Die gesamten ETF-Positionen sind in den letzten Monaten kaum zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger ihre Bitcoin-Positionen trotz des starken Kursrückgangs halten.
Kendrick verweist auch auf Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, das für seine enormen Bitcoin-Reserven bekannt ist.
Dem Analysten zufolge wurde ein Teil des jüngsten Verkaufsdrucks durch den Verkauf von 32 BTC durch das Unternehmen verursacht. Auch wenn es sich um eine relativ kleine Transaktion handelte, sorgte sie laut ihm für zusätzliche Unsicherheit in einem ohnehin schwachen Markt.
Der Markt blickt nun vor allem auf die nächste Entscheidung von Strategy. Kendrick erwartet, dass das Unternehmen erneut Bitcoin kaufen wird und möglicherweise sogar viel mehr als kürzlich verkauft wurde.
Er verweist auf Ende 2022, als Strategy zunächst Bitcoin aus steuerlichen Gründen verkaufte und innerhalb weniger Tage mehr BTC zurückkaufte, als es verkauft hatte. Laut Kendrick könnte eine ähnliche Aktion nun ein wichtiges Signal sein, dass der Boden tatsächlich erreicht ist.
Trotz seiner positiven Aussichten schließt Kendrick weitere Rückgänge nicht völlig aus. Eine Bewegung unter die 60.000-Dollar-Marke bleibt seiner Meinung nach möglich.
Er glaubt jedoch, dass viele anfällige spekulative Positionen inzwischen aus dem Markt verschwunden sind. Während der jüngsten Korrektur wurden Futures-Positionen im Wert von etwa 1,5 Milliarden Dollar liquidiert. Dadurch wurde ein Teil des überschüssigen Hebels aus dem System entfernt.
Der Analyst betont daher, dass Anleger besser schrittweise akkumulieren sollten, anstatt zu versuchen, den genauen Boden vorherzusagen.
Vorläufig hält Standard Chartered an seinen Kurszielen von 100.000 Dollar für Bitcoin und 4.000 Dollar für Ethereum fest. Damit gehört die Bank weiterhin zu den optimistischsten Institutionen an der Wall Street, wenn es um die Aussichten für Krypto geht.
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