Ethereum (ETH) steht seit Jahren auf der Stelle, doch laut den Analysten von Standard Chartered könnte sich das bald ändern. Die britische Großbank sieht 2026 als Wendepunkt, an dem die größte Altcoin wieder aufblühen könnte. Mehrere Faktoren könnten noch in diesem Jahr zusammenkommen.
Ein Jahr wie 2021
Ethereum hatte seine Hochphasen, aber im Vergleich zu Bitcoin (BTC) hat die zweitgrößte Kryptowährung bisher wenig beeindruckt. Im Sommer wurde das alte Allzeithoch von November 2021 endlich überschritten, doch mittlerweile liegt der Kurs wieder deutlich niedriger.
„Ich denke, dass 2026 das Jahr von Ethereum wird, ähnlich wie 2021,“ erklärt Geoffrey Kendrick, der Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered.
Kendrick zufolge wird die zunehmende Akzeptanz von Blockchains und On-Chain-Produkten dazu führen, dass Ether „wesentlich besser abschneiden kann“ als die Konkurrenz.
Ethereum ist das Netzwerk, auf dem die meisten realen Anwendungen laufen. Es ist die Heimat der meisten Stablecoins (stabile Kryptowährungen, meist an den Dollar gekoppelt), dezentralen Finanz-Apps (zum Beispiel für Handel oder Kreditvergabe ohne Bank) und tokenisierter Vermögenswerte (Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte, die als Tokens auf der Blockchain existieren).
Standard Chartered hat jedoch seine Kursprognosen für Ethereum nach unten korrigiert. Die Bank erwartet nun einen ETH Kurs von 7.500 Dollar bis Ende dieses Jahres, zuvor waren 12.000 Dollar im Gespräch. Für 2027 und 2028 liegen die neuen Ziele bei 15.000 beziehungsweise 22.000 Dollar.
Bis Ende 2029 hebt die Bank das Kursziel auf 30.000 Dollar und erstmals gibt es auch eine Prognose für 2030: 40.000 Dollar.
Ethereum holt gegenüber Bitcoin auf
Die Analysten erwarten, dass Ethereum in diesem Jahr eine bessere Investition als Bitcoin sein wird.
Sie prognostizieren, dass das ETH/BTC-Verhältnis, das angibt, wie viele BTC man mit 1 ETH kaufen kann, allmählich wieder in Richtung der Höchststände von 2021 bei etwa 0,08 steigen könnte.
Laut Kendrick ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass Ethereum von seiner dominanten Position in Stablecoins, DeFi und tokenisierten realen Vermögenswerten (RWA’s) profitiert.
Diese Woche wurde berichtet, dass das ETH/BTC-Verhältnis seit April steigt. Der niederländische Analyst Michaël van de Poppe erkennt Parallelen zu 2019 und glaubt, dass die größten Zugewinne noch bevorstehen.
Netzwerk läuft auf Hochtouren
Standard Chartered hebt auch die starken Netzwerkgrundlagen von Ethereum hervor. Die Nutzung des Netzwerks nimmt rasant zu, vor allem durch Stablecoins. Diese machen inzwischen 35 bis 40 Prozent aller Transaktionen auf Ethereum aus und sorgen für eine stetige Aktivität.
Dieses Wachstum betont zugleich die Bedeutung der Skalierbarkeit. Upgrades wie Pectra und Fusaka sind laut der Bank entscheidend, um das Netzwerk in die Lage zu versetzen, mehr Transaktionen zu verarbeiten. In der Vergangenheit führte eine höhere Transaktionskapazität auf Ethereum oft zu einem Anstieg des Marktwerts der Coin.
Mit einem festen Upgrade-Plan will Ethereum weiter zu einer Infrastruktur wachsen, auf der eine Billionen-Dollar-Wirtschaft betrieben werden kann. Ein günstigeres regulatorisches Umfeld könnte diesen Prozess beschleunigen.
Standard Chartered verweist auf den amerikanischen Clarity Act, der für mehr Klarheit in der Regulierung von Kryptowährungen sorgen und die institutionelle Akzeptanz fördern soll.
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