Stablecoins spielen eine immer größere Rolle im globalen Zahlungsverkehr. Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis könnte sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren beschleunigen. Das Transaktionsvolumen könnte dabei in die Hunderte Billionen Dollar gehen und sogar in die Billiardenregion vorstoßen.
Stablecoins auf dem Weg zur globalen Zahlungsnorm
Laut einem neuen Bericht von Chainalysis könnten Stablecoins zu einer ernsthaften Konkurrenz für traditionelle Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard werden. Dieser Zeitpunkt könnte zwischen 2031 und 2039 erreicht werden.
Die Forscher erwarten, dass das jährliche Transaktionsvolumen bis 2035 auf 719 Billionen Dollar ansteigen könnte. In einem optimistischen Szenario könnte es sogar 1,5 Billiarden Dollar erreichen.
Das wäre ein enormer Sprung. Bereits 2025 wurden etwa 28 Billionen Dollar über Stablecoins abgewickelt. Laut Chainalysis handelt es sich dabei um echte Zahlungen und internationale Transaktionen. Aktivitäten wie der Handel auf Börsen oder interne Verschiebungen werden dabei nicht berücksichtigt.
Der Grund für diesen Wandel liegt in den klaren Vorteilen von Stablecoins. Transaktionen werden innerhalb von Sekunden abgewickelt, sind rund um die Uhr verfügbar und machen internationale Zahlungen schneller und günstiger.
Warum Stablecoins so rasant wachsen
Laut Chainalysis wird das Wachstum vor allem durch zwei große Veränderungen angetrieben.
Die erste ist ein Generationswechsel. In den kommenden Jahren werden schätzungsweise bis zu 100 Billionen Dollar von älteren Generationen auf Millennials und die Generation Z übergehen. Diese Gruppen nutzen Krypto wesentlich häufiger als standardmäßiges Finanzinstrument.
Die zweite Entwicklung ist, dass das Bezahlen mit Stablecoins immer einfacher wird. Sie werden zunehmend unsichtbar in Zahlungsprozesse integriert. Ein Beispiel sind Webshops oder Apps, in denen man bezahlt, ohne zu bemerken, dass im Hintergrund Krypto verwendet wird.
Laut dem Bericht verschwindet dadurch der Unterschied zwischen dem Bezahlen mit Krypto und dem Kauf von etwas. Es fühlt sich bald genauso an wie das Zahlen mit Karte oder Kreditkarte.
Große Unternehmen und Banken steigen bereits ein
Der Vormarsch bleibt bei großen Finanzakteuren nicht unbemerkt. Unternehmen wie Visa und Mastercard integrieren mittlerweile Stablecoins in ihre Netzwerke. Auch Fintech-Unternehmen wie SoFi entwickeln aktiv Anwendungen.
Zusätzlich erleichtert Circle, das Unternehmen hinter dem USDC-Stablecoin, Banken und Unternehmen die Nutzung von Stablecoins. Mit der Plattform CPN Managed Payments können Institutionen Zahlungen abwickeln, ohne selbst Krypto verwalten zu müssen. Das senkt die Hürde erheblich und beschleunigt die Akzeptanz.
Auch die US-amerikanische Politik zeigt sich optimistisch. Finanzminister Scott Bessent erwartet, dass der Markt bis 2028 auf etwa 2 Billionen Dollar anwachsen könnte. Derzeit beläuft sich der Gesamtwert aller Stablecoins auf etwa 319 Milliarden Dollar.
In Europa ist eine ähnliche Bewegung zu beobachten. Dollarbasierte Stablecoins dominieren noch immer mit etwa 99 Prozent Marktanteil. Dennoch arbeiten mittlerweile zwölf europäische Banken, darunter ING, UniCredit und BBVA, an einer eigenen Euro-Variante, um diese Dominanz zu verringern.
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