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In Lateinamerika haben digitale Dollar eine neue Höchstmarke erreicht. Erstmals werden dort Stablecoins häufiger gekauft als Bitcoin (BTC), so ein aktueller Bericht der Kryptobörse Bitso. Dies markiert einen bedeutenden Wendepunkt, der durch Inflation und schwächelnde lokale Währungen begünstigt wird.
Stablecoins machten im letzten Jahr 40 Prozent aller Krypto-Käufe in Lateinamerika aus, während Bitcoin bei 18 Prozent stagnierte. Das geht aus dem 2025 Crypto Landscape-Bericht von Bitso hervor, der auf den Transaktionsdaten von fast 10 Millionen privaten Nutzern basiert.
Der Großteil dieser Zuflüsse ging an dollar-gebundene Coins wie Tether’s USDT und Circle’s USDC. Weltweit hat der Stablecoin-Markt inzwischen einen Wert von etwa 320 Milliarden Dollar erreicht, von denen mehr als 90 Prozent an den US-Dollar gekoppelt sind.
Bitso bezeichnet den Trend als „digitale Dollarisierung“. In Ländern, in denen die eigene Währung jährlich an Kaufkraft verliert, suchen die Menschen nach einem sichereren Ersatz. Argentinien und Venezuela sind klassische Beispiele für Volkswirtschaften, die seit Jahren unter extremer Inflation leiden.
Ein Stablecoin bietet hier eine Lösung. Erspartes bleibt weitgehend stabil, Zahlungen werden blitzschnell abgewickelt und internationale Überweisungen kosten nur einen Bruchteil dessen, was Banken verlangen.
Für diejenigen ohne Bankkonto, und das betrifft mehr als 40 Prozent der Bevölkerung in der Region, öffnet ein Mobiltelefon plötzlich die Tür zum globalen Finanzsystem.
Auch Unternehmen springen auf den Trend auf und lancieren im Eiltempo eigene Stablecoins. Der brasilianische E-Commerce-Riese Mercado Libre brachte Anfang April die Meli Dollar für Überweisungen zwischen Brasilien, Mexiko und Chile auf den Markt.
Auch BTG Pactual, die größte Investmentbank Lateinamerikas, führte ihre eigene Dollarmünze unter dem Namen BTG Dol ein. Damit sollen die Kosten und der Aufwand internationaler Dollarzahlungen für brasilianische Kunden reduziert werden.
Bitcoin verliert zwar Marktanteile bei täglichen Käufen, nicht aber seine Stellung als Wertspeicher. Die Währung ist nach wie vor in 52 Prozent der Kryptoportfolios in der Region vertreten, nur wenig weniger als die 53 Prozent im Vorjahr.
„Bitcoin dient nach wie vor als bedeutendste digitale langfristige Wertspeicherung in Lateinamerika“, schreibt Bitso im Bericht.
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