Die Stablecoin-Reserven auf Binance sind innerhalb von drei Monaten um fast 19 Prozent gesunken. Das zeigen Daten der Analyseplattform CryptoQuant. Der Rückgang deutet laut Analysten auf eine anhaltende Knappheit auf dem Kryptomarkt hin und könnte ein Signal dafür sein, dass sich die Erholung verzögert.
Stablecoin-Reserven wieder auf Oktober-Niveau
Laut CryptoQuant-Analyst Darkfost sanken die Reserven von 50,9 Milliarden Dollar im November auf jetzt 41,4 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von etwa 10 Milliarden Dollar und bringt die Reserven wieder auf das Niveau von Oktober zurück.

Stablecoins sind Kryptowährungen, die beispielsweise an den Dollar gekoppelt sind. Händler nutzen sie oft als Zwischenschritt, um schnell Kryptowährungen zu kaufen oder zu verkaufen. Die Menge an Stablecoins auf einer Börse verrät daher etwas über die bereitstehende Kaufkraft.
Darkfost zufolge bewegen sich Stablecoin-Reserven in der Regel im Einklang mit der Nachfrage der Anleger. Zudem erläutert er, dass die allgemeine Liquidität im Kryptomarkt gut über die Stablecoin-Ströme nachvollzogen werden kann.
Neue Zuflüsse nötig für Erholung
Trotz des erheblichen Rückgangs behält Binance eine dominierende Position. Rund 64 Prozent aller Stablecoins auf weltweiten Börsen befinden sich auf der Plattform. Dennoch sieht Darkfost die Entwicklung als Warnsignal. „Wenn eine Plattform dieser Größe eine derartige Veränderung im Anlegerverhalten zeigt, ist das ein Signal, das beachtet werden sollte.“
Seiner Meinung nach ist ein neuer Zufluss von Stablecoins erforderlich, um den aktuellen Trend zu ändern. „Um den Markt zu stabilisieren, wird vermutlich ein erneuter Zufluss von Stablecoins nötig sein, um den gegenwärtigen Liquiditätstrend umzukehren.“
Ein Rückgang der Stablecoin-Reserven bedeutet in der Regel, dass Anleger ihre Guthaben in Fiatgeld umwandeln, anstatt sie auf einer Börse für neue Käufe zu belassen. Das weist auf Zurückhaltung hin.
Fed belässt Leitzins vorerst unverändert
Der gesamte Marktwert von Stablecoins weltweit stagniert seit Monaten bei über 300 Milliarden Dollar, nach zwei Jahren starken Wachstums mit einer Zunahme von 150 Prozent im Umlauf. Der letzte deutliche Rückgang des Marktwerts erfolgte Mitte 2022 nach dem Zusammenbruch von Terra/Luna. Die Erholung dauerte damals 18 Monate.
Auch die Zinspolitik in den Vereinigten Staaten spielt eine Rolle. Die amerikanische Zentralbank scheint vorerst keine Eile mit Zinssenkungen zu haben. Laut Reuters erklärte Christopher Waller von der Federal Reserve (Fed), dass er offen dafür sei, den Zinssatz im März beizubehalten, sofern der Arbeitsmarkt dies rechtfertigt.
An den Futures-Märkten wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent gerechnet, dass der Zinssatz unverändert bleibt. Solange neues Kapital ausbleibt, bleibt die Liquiditätsknappheit im Kryptobereich ein bedeutender Faktor.
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