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Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran treiben den Ölpreis in die Höhe. Gleichzeitig könnte das Vereinigte Königreich die amerikanischen Pläne für Angriffe auf den Iran von britischen Basen aus bremsen. Anleger blicken erneut auf das Risiko von Störungen in der Ölversorgung, was Auswirkungen auf die Inflation und die Märkte, inklusive Kryptowährungen, hat.
Laut The Times gibt es eine heikle Meinungsverschiedenheit zwischen Washington und London über die Nutzung britischer Basen für mögliche Angriffe auf den Iran. Das Weiße Haus würde militärische Pläne ausarbeiten, bei denen unter anderem RAF Fairford in Gloucestershire und Diego Garcia eine Rolle spielen. Gemäß bestehender Abkommen können die USA diese Standorte nur nutzen, wenn die britische Regierung dem vorher zugestimmt hat.
Diese Zustimmung wurde vermutlich noch nicht erteilt, unter anderem wegen Bedenken hinsichtlich des Völkerrechts. Das Vereinigte Königreich vertritt die Position, dass militärische Gewalt nur als Selbstverteidigung bei einem tatsächlichen oder unmittelbar drohenden Angriff erlaubt ist.
Präsident Donald Trump brachte das Thema öffentlich mit dem Iran in Verbindung. Er deutete an, dass die Nutzung der Basen notwendig sein könnte, um einen möglichen Angriff des Iran zu verhindern, bei dem auch das Vereinigte Königreich Ziel sein könnte. The Times berichtet außerdem, dass Trump seine Unterstützung für einen Deal über die Chagos-Inseln zurückgezogen habe, gerade weil London bezüglich der Basen zögerlich ist.
Der Markt reagiert vor allem auf das Risiko einer Eskalation des Konflikts. Brent-Öl stieg am Donnerstag auf etwa 71,5 Dollar pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Sommer. Auch der amerikanische WTI-Ölpreis kletterte auf etwa 66,4 Dollar.
Analysten sprechen von einer geopolitischen Risikoprämie. Diese dreht sich vor allem um die Straße von Hormus, eine entscheidende Route, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt. Iran soll die Meerenge vorübergehend für militärische Übungen geschlossen haben und kündigte weitere militärische Aktivitäten an, während die USA zusätzliche Marineschiffe in der Region stationiert haben. In Genf finden Gespräche statt, aber laut Weißen Haus bestehen weiterhin erhebliche Differenzen.
Einige Marktbeobachter rechnen mit einer begrenzten Attacke ohne langwierigen Bodeneinsatz. In diesem Szenario würde Iran die Straße von Hormus möglicherweise nicht blockieren, aber der Ölpreis bleibt dennoch aufgrund anhaltender Unsicherheiten hoch.

Ein höherer Ölpreis kann die Inflationserwartungen erneut anheizen. Das spiegelt sich meist schnell in den Zinsen und im Sentiment an den Finanzmärkten wider. In Zeiten geopolitischer Spannungen ziehen Anleger oft Gelder ab, während einige in Alternativen wie Bitcoin flüchten.
Ob der Bitcoin-Kurs davon profitiert, hängt oft vom größeren Bild ab. Bleibt Öl länger teuer, könnte das den Druck auf die Zentralbanken erhöhen, die Zinsen hoch zu halten. Das ist meist keine erfreuliche Kombination für risikoreiche Anlagen, könnte jedoch die Erzählung von knappen Alternativen wieder in den Vordergrund rücken.
Die US-Zinsen fallen heute deutlich. Offenbar hofft der Markt trotz der Angriffe der USA auf ein Friedensabkommen mit Iran.
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