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Kürzlich berichteten wir bereits, dass die BRICS-Länder in den vergangenen Wochen kaum als Block auf die Situation im Nahen Osten reagiert haben. Auch nach einem Treffen in Indien ist es den Ländern nicht gelungen, eine gemeinsame Position zu finden. Bei den Beratungen in Neu-Delhi zeigte sich die Uneinigkeit innerhalb des Blocks, weshalb Indien als Vorsitz nur eine eigene Erklärung veröffentlichte.

Keine Einigung im Iran-Konflikt

Das Treffen fand am 23. und 24. April statt und konzentrierte sich auf die Situation im Nahen Osten und Nordafrika. Diplomaten diskutierten über die Konflikte in Gaza, Libanon, Syrien, Jemen, Sudan und Libyen.

Der Hauptstreitpunkt entstand um die amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran und die darauf folgende Reaktion Irans. Laut indischen Medien konnten sich die Mitglieder nicht über die Schuldfrage und die richtige Formulierung des Konflikts einigen, was zu keinem gemeinsamen Standpunkt führte.

In der Erklärung des Vorsitzes wurde lediglich festgehalten, dass die Mitglieder ihre „tiefe Besorgnis“ über den jüngsten Konflikt im Nahen Osten äußerten. Zudem wurde über humanitäre Hilfe, die Rolle der UNRWA und den Wiederaufbau in Konfliktgebieten gesprochen.

Indien bestreitet Kursänderung

Indien bestritt nach dem Treffen, seine Position zu Palästina abgeschwächt zu haben. Laut dem indischen Außenministerium hält Neu-Delhi weiterhin an einer Zweistaatenlösung fest.

Auch jüngste Berichte in sozialen Medien, dass andere BRICS-Länder Indien ausschließen wollen, wurden nicht bestätigt. BRICS verfügt zudem über keinen formalen Mechanismus, um ein Mitglied auszuschließen. Neue Mitglieder können nur mit Zustimmung aller bestehenden Mitglieder beitreten.

Das Fehlen einer gemeinsamen Erklärung zeigt, dass das Wachstum von BRICS auch neue Spannungen mit sich bringt. Der Block möchte mehr Einfluss gegenüber den Vereinigten Staaten und Europa erlangen, doch geopolitische Konflikte erschweren gemeinsame Standpunkte zunehmend.

Obwohl das Bündnis klare wirtschaftliche Vorteile bietet, herrscht politisch keineswegs Einigkeit.

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