Der Öl- und Gaskonzern Shell erzielte im Jahr 2024 einen Gewinn von mehr als 16 Milliarden Dollar, was einen Rückgang von 17% im Vergleich zu 2023 bedeutet. Niedrigere Öl- und Gaspreise drückten die Ergebnisse, während die nachhaltige Energiedivision eine Abschreibung von mehr als 1 Milliarde Dollar hinnehmen musste. Trotz der sinkenden Gewinnmargen belohnt Shell die Aktionäre weiterhin mit einer höheren Dividende und einem umfangreichen Aktienrückkauf.
Niedrigere Ölpreise drücken den Gewinn von Shell
Shell verzeichnete im Jahr 2024 einen weiteren Rückgang des Gewinns und erreichte 16 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 15,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2023 bedeutet dies einen Rückgang von 17%, was das Unternehmen im zweiten Jahr in Folge mit einem Gewinnrückgang konfrontiert. Die Hauptursache ist der Rückgang der Öl- und Gaspreise, wodurch die Handelsabteilung des Unternehmens weniger profitabel ist als in den Vorjahren.
Laut dem Energiespezialisten Jilles van den Beukel vom Den Haag Centrum voor Strategische Studies ist hier ein Wendepunkt sichtbar. In einem Gespräch mit BNR sagte er: „Die Rekordgewinne von 2022 und 2023 waren außergewöhnlich, getrieben von hohen Gaspreisen und der Volatilität nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Jetzt sehen wir eine Korrektur, und der Gewinn kehrt zu einem normalen Niveau zurück.“
Im letzten Quartal 2024 fiel der Gewinn mit 3,7 Milliarden Dollar niedriger aus als die erwarteten 4,1 Milliarden Dollar. Die Anleger reagierten jedoch milde, auch weil Shell die Dividende erhöhte und im 13. Quartal in Folge mindestens 3 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufte.
Nachhaltige Energie bleibt defizitär
Shell musste im Jahr 2024 eine Abschreibung von mehr als 1 Milliarde Dollar auf seine nachhaltige Energiedivision vornehmen. Im Jahr 2023 wurde hier noch ein Gewinn von 3 Milliarden Dollar erzielt, doch die Wachstumserwartungen für diesen Bereich des Unternehmens wurden seit dem Amtsantritt von CEO Wael Sawan im Jahr 2023 gedämpft.
Während Shell in der Vergangenheit ambitionierte Ziele für erneuerbare Energien setzte, hat das Unternehmen unter Sawan den Fokus wieder auf die traditionellen Öl- und Gasaktivitäten verlagert. Der CEO betont, dass sich Shell primär auf rentable Investitionen und den Wert für die Aktionäre konzentrieren muss.
Auswirkungen der Energiepolitik von Trump
Der weltweite Ölmarkt befindet sich aufgrund der Politik des US-Präsidenten Donald Trump in einer neuen Dynamik. Er hat angekündigt, massiv zusätzliche Ölreserven unter dem Motto „Drill, Baby, Drill“ zu fördern, was möglicherweise zu einem weiteren Rückgang des Ölpreises führen könnte.
US-Ölgesellschaften wie ExxonMobil und Chevron sind weniger von den weltweiten Ölgeschäften abhängig als Shell und BP und scheinen daher weniger von den sich verändernden Marktbedingungen betroffen zu sein. Es bleibt jedoch unklar, inwieweit Trumps Pläne tatsächlich umgesetzt werden und welche Auswirkungen sie auf den internationalen Energiemarkt haben werden.
Aktionäre werden weiterhin belohnt
Trotz der enttäuschenden Zahlen hat Shell seine Aktionäre nicht enttäuscht. Die Dividende wird um 4% erhöht, und das Unternehmen kauft weiterhin große Mengen eigener Aktien zurück, was den Wert der bestehenden Aktien steigert.
Trotz des Gewinnrückgangs scheint Shell also finanziell gesund zu bleiben. CEO Wael Sawan betonte in einer Erklärung, dass „mehr als genug Geld in der Kasse ist“ und dass das Einsparprogramm von 3 Milliarden Dollar planmäßig verläuft. An der Börse blieb der Kurs von Shell stabil und verzeichnete sogar einen bescheidenen Anstieg von 0,6%.

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