Die politischen Spannungen rund um Bitcoin nehmen in Washington wieder zu. Senatorin Elizabeth Warren hat die Trump-Regierung aufgefordert, unter keinen Umständen einzugreifen, um den Bitcoin-Kurs zu stabilisieren. Ihrer Meinung nach würde eine mögliche Rettungsaktion vor allem Krypto-Milliardären zugutekommen, nicht aber den amerikanischen Steuerzahlern.
Changpeng “CZ” Zhao, Mitbegründer von Binance, ließ dies nicht unbeantwortet. Seine Reaktion war kurz und prägnant: „Krypto hat niemals eine Rettungsaktion gebraucht und wird sie auch niemals brauchen.“
Warren warnt vor Bevorzugung der Reichen
In ihrem Schreiben an das US-Finanzministerium und die Federal Reserve stellt Warren fest, dass staatliche Unterstützung für den Kryptomarkt unverhältnismäßig den wohlhabenden Besitzern digitaler Vermögenswerte zugutekommen würde. Ihrer Ansicht nach käme dies einer impliziten Übertragung von Risiken von privaten Anlegern auf die Gesellschaft insgesamt gleich.
Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bitcoin immer noch deutlich unter seinem jüngsten Höchststand notiert und die Marktstimmung fragil ist. Warren, eine langjährige Kritikerin der Kryptobranche, ist der Meinung, dass Steuergelder nicht verwendet werden sollten, um spekulative Märkte zu stützen.
Binance-Gründer kontert
CZ, der Gründer von Binance, der in der Vergangenheit selbst unter Beschuss von US-Aufsichtsbehörden stand und wegen Verstößen gegen den Bank Secrecy Act einen Vergleich schloss, reagierte über soziale Medien. Ihm zufolge steht Krypto für finanzielle Unabhängigkeit und Selbstverantwortung, nicht für staatliche Eingriffe.
Seine Botschaft passt zum breiteren Ethos der Kryptogemeinschaft: Dezentralisierung, Eigenverantwortung und ein System, das nicht auf Zentralbanken oder staatliche Unterstützung angewiesen ist.
Politische Spannung um Binance und Trump
Der Schlagabtausch zwischen Warren und CZ steht nicht allein. Die Senatorin war zuvor entschieden gegen die Präsidialbegnadigung, die CZ letztes Jahr von Donald Trump erhielt. Sie deutete an, dass möglicherweise Interessenkonflikte im Spiel waren, insbesondere weil eine von der Trump-Familie unterstützte Stablecoin in eine große Investition in Binance verwickelt war.
CZ hat diese Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und seine Anwälte sollen sogar rechtliche Schritte wegen vermeintlicher Verleumdung in Erwägung ziehen.
Welche Auswirkungen hat das für Bitcoin?
Die Debatte berührt eine grundlegende Frage: Soll die Regierung überhaupt eine Rolle bei der Stabilisierung von Krypto spielen? Während traditionelle Finanzmärkte in der Vergangenheit während Krisen Unterstützung erhielten, positioniert sich Bitcoin gerade als Alternative zu diesem System.
Ironischerweise könnte die öffentliche Diskussion über mögliche Unterstützungsmaßnahmen genau das Gegenteil bewirken. Für viele Anleger zeigt sie gerade den Unterschied zwischen Fiatgeld, das auf Zentralbanken angewiesen ist, und Bitcoin, das ohne Notknopf oder Rettungsmechanismus entworfen wurde.
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