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Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC bremst vorerst eine neue Welle von Exchange Traded Funds (ETF), die Anlegern ermöglichen, auf Ereignisse wie Wahlen, Inflationszahlen und Wirtschaftsdaten zu spekulieren. Damit entbrennt die Diskussion darüber, wie weit der inzwischen rund 15 Billionen Dollar schwere ETF-Markt noch ausgedehnt werden kann.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte am Mittwoch, dass die Aufsichtsbehörde zuerst zusätzliche öffentliche Meinungen zu diesen neuen Produkten einholen möchte. Seiner Meinung nach werfen die Fonds neue juristische und regulatorische Fragen auf, insbesondere weil sie mit sogenannten Vorhersagemärkten verbunden sind.
Fondsanbieter haben sich daher bereit erklärt, die Einführung mehrerer ETFs vorübergehend zu verschieben, während die SEC die potenziellen Auswirkungen untersucht.
„Neue Produkte bringen neue Fragen mit sich“, so Atkins in einer Stellungnahme. Er schätzt die Bereitschaft der Anbieter, die Einführung von ETFs im Zusammenhang mit Ereignisverträgen bis zur Klärung zurückzustellen.
Polymarket und Kalshi sind derzeit die größten Akteure im Markt für Vorhersageverträge. Auf diesen Plattformen können Nutzer auf den Ausgang verschiedenster Ereignisse spekulieren, von Wahlen und Wirtschaftsdaten bis hin zu Sportereignissen und Popkultur.
Der Zugang bleibt jedoch vorerst begrenzt. Nutzer müssen separate Konten eröffnen und mit spezialisierten Handelsplattformen arbeiten, was den Markt relativ klein hält.
Mit einer ETF-Struktur würde sich das grundlegend ändern. Anleger könnten solche Verträge dann direkt über ihr gewöhnliches Anlagekonto kaufen und handeln, ähnlich wie Aktien oder andere ETFs.
Anfang des Jahres reichte der Vermögensverwalter Roundhill Investments Anträge für sechs Fonds ein, die an US-Wahlen gekoppelt sind, darunter die Präsidentschaftswahlen und die Kämpfe um Senat und Repräsentantenhaus. Auch GraniteShares kam mit ähnlichen Plänen.
Bitwise ging noch einen Schritt weiter und bot ein breiteres Paket unter dem Namen PredictionShares an. Darunter fallen nicht nur politische Vorhersagen, sondern auch ETFs, die an makroökonomische Szenarien gekoppelt sind.
So umfassen die Vorschläge Verträge über eine mögliche Rezession in den Vereinigten Staaten im Jahr 2026 und Erwartungen über die Entwicklung der Entlassungszahlen im nächsten Jahr.
In den letzten Jahren hat die ETF-Industrie zunehmend Produkte aufgenommen, die einst als zu risikoreich oder zu exotisch für reguläre Investmentfonds galten. Von Volatilitäts-Futures bis hin zu Spot-Bitcoin ETFs. Fonds zu Vorhersagemärkten scheinen nun der nächste Schritt zu sein.
Gerade deshalb fällt die zurückhaltende Haltung der SEC auf. Seit seinem Amtsantritt ist Vorsitzender Paul Atkins nämlich bekannt dafür, der digitalen Innovation relativ aufgeschlossen gegenüberzustehen. Unter seiner Leitung zog die Aufsichtsbehörde mehrere Kryptoverfahren zurück, genehmigte verschiedene Krypto-ETFs und zeigte sich gegenüber Blockchain-Produkten offener.
Trotzdem scheint die SEC bei ETFs für Vorhersagemärkte vorsichtiger zu agieren. Die Behörde hat bislang keinen Zeitplan für den öffentlichen Konsultationsprozess angegeben.
James Seyffart, ETF-Analyst bei Bloomberg, zufolge, ringt die SEC offensichtlich mit den Folgen dieser neuen Fondskategorie.
„Die SEC fühlt sich offensichtlich noch nicht völlig wohl mit diesen Anträgen“, sagt er. „Vor allem, weil Vorhersagemärkte die Tür zu viel breiteren Anwendungen öffnen. Es ist wahrscheinlich, dass die Behörde zuerst klare Grenzen ziehen möchte, bevor diese Produkte zugelassen werden.“
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