Krypto-YouTuber sehen ihre Zuschauerzahlen auf den niedrigsten Stand seit Jahren sinken. Analyst Benjamin Cowen warnt, dass das Interesse an Bitcoin (BTC) und Altcoins auf Plattformen wie YouTube und X rapide abnimmt. Seiner Meinung nach ist das ein Zeichen dafür, dass sich Privatanleger zurückziehen. Beginnt damit ein neuer Bärenmarkt?
Rückzug der Privatanleger aus dem Kryptomarkt
Cowen teilte kürzlich eine Grafik mit dem 30-Tage-Durchschnitt der Aufrufe großer Krypto-YouTube-Kanäle. Dieser Durchschnitt zeigt die Entwicklung des Interesses an Krypto-Inhalten über einen längeren Zeitraum, indem tägliche Schwankungen herausgefiltert werden.
Cowens Grafik zeigt, dass das Zuschauerverhalten auf Krypto-YouTube auf das niedrigste Niveau seit Anfang 2021 gefallen ist. Der Analyst schließt daraus, dass das Interesse an Krypto-Inhalten stark gesunken ist. Diese Entwicklung ist nicht nur auf YouTube zu beobachten, sondern auch auf X und anderen Plattformen.
„Die Zuschauerzahlen sind auf allen Plattformen eingebrochen“, so Cowen. Dies deutet darauf hin, dass das Interesse der Privatanleger strukturell abnimmt.
Cowens Grafik verdeutlicht, dass das Zuschauerverhalten auf Krypto-YouTube sich auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2021 befindet. Verschiedene Content-Ersteller sprechen von einer allgemeinen Ermüdung unter den Privatanlegern.
Sinkende Social-Media-Interaktion signalisiert nachlassende Hype
Die Anzahl der Aufrufe und die Interaktion in sozialen Medien gelten oft als wichtige Indikatoren für das Engagement der Privatanleger. Indikatoren wie der Fear and Greed Index, der das allgemeine Marktsentiment widerspiegelt, nutzen Social-Media-Daten, um einzuschätzen, ob Anleger von Angst oder Gier getrieben werden.
Während der Hausse 2021 erreichten Krypto-Kanäle auf YouTube und X Rekordwerte. Auch der Fear and Greed Index verzeichnete in dieser Zeit mehrfach ‚extreme Gier‘. Diese Hype-Phase fiel mit einem explosiven Anstieg der Altcoins, einem sogenannten Altseason, zusammen.
Im vergangenen Jahr blieb ein solches Altcoin-Season jedoch aus, was sich in der verringerten Aktivität in sozialen Medien deutlich zeigt.
Eine weitere gebräuchliche Methode, das öffentliche Interesse an Krypto zu messen, sind Suchanfragen bei Google. Daten von Google Trends zeigen, dass das Interesse am Suchbegriff Bitcoin (BTC) derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 2020 liegt.

Startet der Bärenmarkt tatsächlich?
Die Kombination aus sinkendem Interesse und sich zurückziehenden Privatanlegern ist typisch für einen Bärenmarkt.
Viele Investoren befürchten daher, dass der Bärenmarkt begonnen hat. Dies liegt auch daran, dass Bitcoin erneut das bekannte vierjährige Zyklusmuster zu folgen scheint. Gemäß dieser Theorie erreichte es etwa anderthalb Jahre nach der Halving ein Hoch und fiel danach stark ab.
Historisch gesehen führten solche Muster stets zu lang anhaltenden und erheblichen Korrekturen. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass sich dieses Muster wiederholen wird.
Auffällig ist jedoch: Trotz der nachlassenden Hype bleibt eine große Korrektur bislang aus. Der Bitcoin-Kurs bewegt sich aktuell um die 90.400 Dollar, was einem Rückgang von 28,2 Prozent gegenüber dem Höchststand im Oktober entspricht, als BTC kurzzeitig über 126.000 Dollar notierte.
Historisch folgten auf frühere Höchststände oft erhebliche Korrekturen. Nach dem Hoch von 2021 fiel Bitcoin schließlich um mehr als 80 Prozent. Der aktuelle Kursverlauf weicht also deutlich von früheren Zyklen ab.
Das kann zweierlei bedeuten: Entweder steht eine deutliche Korrektur noch bevor, oder die Marktdynamik hat sich grundlegend geändert. Ein wesentlicher Unterschied zu den vergangenen Jahren ist die zunehmende BTC-Akkumulation durch Unternehmen.
Unternehmen kaufen weiter
Analysten wie Merlijn The Trader argumentieren, dass sich Bitcoin vom klassischen Halving-Modell gelöst hat. Ihm zufolge werden die Marktbewegungen heutzutage weniger durch Knappheit nach einem Halving angetrieben, sondern stärker durch Faktoren wie makroökonomische Liquidität und institutionelle Zuflüsse.
Große Akteure wie Strategy und Metaplanet kaufen weiterhin aktiv Bitcoin hinzu. Damit fangen sie möglicherweise einen Teil des Verkaufsdrucks auf, der in früheren Bärenmärkten zu stärkeren Kursrückgängen führte.
Laut Daten von BitcoinTreasuries besitzen alle börsennotierten Unternehmen mit BTC in ihren Bilanzen mittlerweile zusammen fast 1,1 Millionen Bitcoin, was mehr als 5,5 Prozent des gesamten zirkulierenden Angebots entspricht.
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