Uneinigkeit innerhalb der US-Notenbank (Federal Reserve) über eine mögliche Zinssenkung im Dezember sorgt für zunehmende Spannung an den Finanzmärkten. Laut einem Bericht von Nick Timiraos vom Wall Street Journal, oft als der „Fed-Flüsterer“ bezeichnet, sind sich die Entscheidungsträger beim Zinskurs immer weniger einig.
Uneinigkeit über Inflation und Arbeitsmarkt
In der Fed ist eine Debatte entbrannt, was derzeit die größte Gefahr für die US-Wirtschaft darstellt: anhaltende Inflation oder ein sich abschwächender Arbeitsmarkt. Diese Uneinigkeit wurde laut Timiraos durch den langwierigen Government Shutdown verstärkt. Dadurch wurden wichtige Konjunkturdaten wie Inflations- und Arbeitsmarktberichte erst verzögert veröffentlicht.
Im September und Oktober senkte die Notenbank den Leitzins noch einstimmig um 25 Basispunkte. Nun äußern sich jedoch mehrere Notenbanker zurückhaltend zu einer dritten Zinssenkung im Dezember. Einige Fed-Mitglieder befürchten, dass weitere Senkungen den Preisdruck erneut anheizen könnten.
Fed-Chef Jerome Powell dämpfte bereits Ende Oktober die Erwartungen, dass eine Senkung im Dezember gesetzt ist. Der Markt rechnet laut dem CME FedWatch Tool derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent, dass der Leitzins auf der Sitzung am 10. und 11. Dezember erneut um 25 Basispunkte gesenkt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins unverändert bleibt, liegt bei rund 35 Prozent. In den vergangenen zwei Monaten lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung jeweils deutlich über 90 Prozent.
Auswirkungen auf Bitcoin und den Kryptomarkt
Die Unsicherheit über den Zinskurs wirkt sich direkt auf Bitcoin (BTC) und andere Krypto-Assets aus. Höhere Zinsen dämpfen in der Regel die Risikobereitschaft der Anleger und setzen den Kryptomarkt unter Druck. Niedrigere Zinsen würden dagegen die Liquidität erhöhen und die Stimmung aufhellen.
Zudem richten Investoren den Blick auf den Dezember, weil die Fed voraussichtlich auch einen Schlusspunkt setzen wird hinter das Programm des quantitative tightening (QT), also der quantitativen Straffung. Ein solcher Beschluss könnte mittelfristig die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten wiederbeleben.
Anleger warten nun auf neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten, die vor der Dezembersitzung veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt die Richtung sowohl der Zinsen als auch damit des Bitcoin-Kurses ungewiss.
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