Michael Saylor, Vorsitzender des börsennotierten Unternehmens Strategy, erklärte, sein Unternehmen könne innerhalb einer Stunde bis zu 100 Millionen US-Dollar an Bitcoin kaufen, sobald neues Kapital verfügbar ist. In einem Interview im Market Disrupters-Podcast beschrieb er das Tempo dieses Prozesses als „tausendmal schneller als in jeder anderen Branche“.
Neue Kaufoffensive in Sicht
Laut Saylor unterscheidet sich das Modell seines Unternehmens von traditionellen Anlageformen wie Immobilien, Technologie oder Rohstoffen. „Manchmal verkaufen wir buchstäblich Aktien im Wert von 50 oder 100 Millionen US-Dollar pro Stunde und kaufen im selben Zeitraum Bitcoin für genau diesen Betrag“, sagte er. „An einem einzigen Tag können wir eine Milliarde aufnehmen und sind binnen weniger Stunden voll investiert.“
Die Aussagen von Saylor kommen kurz, nachdem er am Sonntag einen Beitrag teilte, der nahelegt, dass Strategy erneut einen großen Bitcoin-Kauf ins Auge fasst.
Strategy ist weltweit der größte unternehmensseitige Halter von Bitcoin. Nach dem jüngsten Kauf am 13. Oktober verfügt das Unternehmen über 640.250 Bitcoin – fast 2,5 Prozent des maximalen Angebots von 21 Millionen BTC. Diese Coins erwarb es zu einem durchschnittlichen Bitcoin-Kurs von 66.384 US-Dollar pro Stück.

„Wir bauen in Echtzeit“
Saylor vergleicht sein Geschäftsmodell mit Immobilienentwicklung – nur ohne Wartezeit. „Bei Immobilien muss man Jahre warten, bis etwas gebaut ist oder Rendite fließt. Wir bauen buchstäblich in Echtzeit“, sagte er.
Er beschrieb, wie das Unternehmen den Markt liquide hält und ständig bereit ist, neue Investoren aufzunehmen. „Wir haben jeden Tag geöffnet – mit vier Kreditlinien. Wenn jemand 500 Millionen US-Dollar investieren will, errichten wir bildlich gesprochen in einer Minute ein Gebäude. Innerhalb von 60 Sekunden ist die Transaktion abgeschlossen, Geld und Sicherheiten haben den Besitzer gewechselt, und wir haben die dahinterstehende Bitcoin-Position umgehend gekauft.“
Skeptiker bleiben kritisch
Seit Strategy im Oktober 2020 seinen ersten großen Kauf von über 20.000 Bitcoin tätigte, ist das Unternehmen zu einem Symbol der sogenannten Bitcoin-Treasury-Bewegung geworden – Firmen, die ihre Bilanzen mit der digitalen Währung füllen. Saylors aggressive Vorgehensweise hat ihm sowohl Bewunderer als auch Kritiker eingebracht.
Einige Anleger sorgen sich wegen des Risikos einer Verwässerung der Aktien, weil Strategy regelmäßig neues Kapital aufnimmt, um Bitcoin zu kaufen. Saylor wischt diese Kritik beiseite und nennt die Gegner „strategisch unkundig“.
„Die Skeptiker und Zyniker stecken den Kopf in den Sand“, sagt er. „Sie verstehen nicht, wie das Unternehmen funktioniert oder welche Vorteile es bietet.“
Unterschiedlicher Wert für unterschiedliche Anleger
Saylor erklärt, dass Aktionäre und Kreditgeber sein Unternehmen auf unterschiedliche Weise bewerten. „Aktieninvestoren schauen auf die Bitcoin-Rendite je Aktie. Kreditinvestoren schauen auf die Rendite in US-Dollar“, sagt er. „Faktisch tauschen wir eine Dollar- oder Euro-Rendite gegen eine Bitcoin-Rendite – mit Bitcoin als Besicherung.“
Nach Saylors Ansicht macht diese Struktur Strategy in der Finanzwelt einzigartig. „Wir haben ein System gebaut, das schneller Wert schafft als jedes andere Geschäftsmodell. Wir sind kein Bergbauunternehmen, keine Bank und kein Immobilienentwickler – wir sind eine Echtzeit-Kapitalmaschine.“
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