Saudi Aramco, der weltweit größte Öl-Exporteur, prüft die Möglichkeit, Öl über das Rote Meer zu verschiffen, um die blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Das Unternehmen wendet sich an Kunden in Asien mit der Frage, ob sie ihre Ladungen in Yanbu, einem Hafen an der Westküste Saudi-Arabiens, abholen können. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist aufgrund des Krieges nahezu zum Erliegen gekommen.
Pipeline mit fünf Millionen Barrel pro Tag als Alternative
Normalerweise exportiert Aramco den Großteil seines Öls über Häfen im Persischen Golf, wo die Straße von Hormus von entscheidender Bedeutung ist. Diese Route ist jetzt faktisch geschlossen. Schiffe warten ab, die Versicherungsprämien steigen und die Unsicherheit wächst.
Aramco verfügt über eine Pipeline mit einer Kapazität von fünf Millionen Barrel pro Tag, die Öl von den östlichen Feldern zur Westküste transportieren kann. Durch diese Leitung kann Rohöl nach Yanbu geleitet werden, außerhalb des direkten Gefahrenbereichs. Auch Reedereien werden gefragt, ob sie ihren Ladeort vom Persischen Golf ins Rote Meer verlegen wollen.
Drohnenangriff auf Ras Tanura erhöht den Druck
Die Situation trifft Aramco in mehrfacher Hinsicht. Die größte Raffinerie des Landes in Ras Tanura wurde nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt. Das erhöht den Druck auf Logistik und Produktionsplanung.
Der maritime Verkehr in der Region verlangsamt sich erheblich. Marktteilnehmer befürchten, dass die Tanks im Nahen Osten schnell voll sein könnten, wenn die Exportströme weiter eingeschränkt werden. In einem solchen Szenario könnte Saudi-Arabien gezwungen sein, die Produktion zu drosseln, was den Ölpreis weiter in die Höhe treiben würde.
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