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Samsung greift in diesem Jahr tief in die Tasche für seine Chipmitarbeiter. Der südkoreanische Technologiekonzern zahlt umgerechnet rund 24,7 Milliarden Euro an Boni aus, nachdem er in letzter Minute eine Einigung mit den Gewerkschaften erzielte und so einen Streik verhinderte.

In der Chipdivision arbeiten etwa 78.000 Menschen. Wie hoch der Bonus genau ausfällt, variiert je nach Position und Abteilung, aber im Durchschnitt können Mitarbeiter mit über 316.000 Euro zusätzlich rechnen. Das zeigen Berechnungen von Bloomberg auf Basis der vorgeschlagenen Vereinbarungen und Gewinnerwartungen für 2026.

Vor allem Angestellte in der Speichchipdivision scheinen stark von der enormen Nachfrage nach KI-Technologie zu profitieren. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap könnten einige Mitarbeiter dort sogar einen Bonus von umgerechnet fast 370.000 Euro erwarten. Samsung selbst gibt keine genauen Zahlen über die Anzahl der Mitarbeiter pro Chipabteilung bekannt.

Samsung folgt SK Hynix mit Bonusabkommen

Samsung folgt damit dem Beispiel des Konkurrenten SK Hynix, der zuvor bereits eine ähnliche Bonusvereinbarung mit seinen Mitarbeitern getroffen hatte.

Nach dem vorläufigen Abkommen, das noch von den Gewerkschaftsmitgliedern genehmigt werden muss, zahlt Samsung 10,5 Prozent des Gewinns in Aktien und weitere 1,5 Prozent in bar aus.

Basierend auf den aktuellen Gewinnerwartungen gehen Analysten davon aus, dass Mitarbeiter durchschnittlich Hunderttausende Euro an Boni erhalten können. Besonders die starke Nachfrage nach KI-Chips spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Bonusregelung bleibt für die nächsten zehn Jahre in Kraft, solange Samsung bestimmte Gewinnziele erreicht. Analysten erwarten, dass der operative Gewinn des Unternehmens im Jahr 2026 auf etwa 333 Billionen Won steigen könnte.

Chipsektor entscheidend für weltweiten KI-Ausbau

Die gigantischen Bonusregelungen zeigen, wie wichtig Chipmitarbeiter mittlerweile für die weltweite KI-Industrie geworden sind. Samsung und SK Hynix spielen zusammen mit der taiwanesischen TSMC eine Schlüsselrolle in der Produktion fortschrittlicher Chips und Speichersysteme, die für künstliche Intelligenz benötigt werden.

Von Rechenzentren in Kalifornien bis zu neuen KI-Projekten im Nahen Osten: Überall wächst die Nachfrage nach leistungsfähigen Chips rasant. Dadurch hat jede Produktionsstörung inzwischen weitreichendere Folgen als nur in Südkorea.

Die Bonusauszahlungen sind für Anfang 2027 geplant. Mitarbeiter dürfen sofort ein Drittel ihrer Aktien verkaufen. Der Rest wird über die folgenden zwei Jahre hinweg verfügbar.

Laut dem Ökonomen Bumki Son von Barclays ist es logisch, dass Samsung und SK Hynix immer höhere Vergütungen bieten, um weltweit technisches Talent anzuziehen und zu halten.

Gleichzeitig warnt er jedoch, dass solch großzügige Regelungen auch Risiken mit sich bringen. Durch den relativ starren Arbeitsmarkt in Südkorea könnten Arbeitnehmer in schwächeren Perioden gut geschützt bleiben, während sie in starken Jahren maximal von den enormen Gewinnen im KI-Sektor profitieren.

AI-Boom macht Samsung-Familie noch reicher

Das enorme Wachstum des KI-Sektors bringt nicht nur Chipmitarbeitern Millionenboni ein, sondern macht auch die Familie hinter Samsung immer reicher. Jay Y. Lee, der CEO und Erbe von Samsung, gilt inzwischen als die reichste Person Südkoreas mit einem geschätzten Vermögen von fast 30 Milliarden Euro.

Das gemeinsame Vermögen der Familie Lee, mittlerweile die drittreichste Familie Asiens, stieg laut dem Bloomberg Billionaires Index auf über 42 Milliarden Euro.

Eine Anstellung bei Samsung oder SK Hynix gilt in Südkorea seit Jahrzehnten als eine der begehrtesten Karrieren. Studenten durchlaufen ein extrem wettbewerbsorientiertes Bildungssystem in der Hoffnung, schließlich eine stabile und prestigeträchtige Position bei einem der Chipgiganten zu ergattern.

Dass gerade jetzt solch enorme Boni ausgezahlt werden, empfinden viele Südkoreaner als Bestätigung für diesen jahrelangen Kampf. Das weltweite KI-Rennen bringt nicht nur riesige Gewinne für Aktionäre und Milliardäre, sondern belohnt nun auch die Techniker und Fabrikarbeiter, die an der Basis der Chipindustrie stehen.

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