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Künstliche Intelligenz (KI) könnte nach Einschätzung von Robinhood-Chef Vlad Tenev schon bald das Niveau menschlicher Händler erreichen. Der CEO rechnet damit, dass sogenannte KI-Agenten künftig eigenständig Aktien und andere Anlagen im Auftrag von Nutzern handeln können. Privatanleger hätten damit Zugang zu Technologien, die bislang vor allem großen Finanzinstituten vorbehalten sind.

Robinhood setzt auf KI-Agenten

Nach Ansicht von Tenev besteht der nächste Entwicklungsschritt bei KI darin, dass Software nicht nur Informationen verarbeitet, sondern Aufgaben eigenständig ausführt. Beim Investieren würde das bedeuten, dass ein KI-Agent letztlich alles beherrschen muss, was auch ein menschlicher Händler kann.

„Beim agentenbasierten Handel geht es darum, Fähigkeiten menschlicher Händler auch KI-Agenten zugänglich zu machen“, sagte Tenev am Donnerstag in einem Interview mit CNBC.

Dem Robinhood-Chef zufolge ist ein großer Teil des professionellen Handels seit Jahren automatisiert. Große Investmenthäuser und Hochfrequenzhändler setzen intensiv auf Algorithmen und KI, um Transaktionen in extrem kurzer Zeit auszuführen.

Der Unterschied liege aus seiner Sicht darin, dass diese Technologie für die meisten Privatanleger bislang außer Reichweite geblieben sei. Robinhood will das ändern und Rechenleistung sowie Handelsfunktionen einem breiten Publikum zugänglich machen.

Im Mai hatte das Unternehmen bereits neue Funktionen vorgestellt, mit denen KI-Agenten im Namen von Nutzern Aktien kaufen, verkaufen und weitere Finanzaufgaben übernehmen können.

Robinhood treibt Expansion voran

Parallel arbeitet Robinhood weiter an seiner internationalen Expansion. Das Unternehmen gab in dieser Woche bekannt, den Kryptohandel im Vereinigten Königreich einzuführen und damit seine europäische Präsenz auszubauen.

Anleger reagierten positiv auf die Entwicklungen. Die Robinhood-Aktie stieg am Mittwoch um mehr als acht Prozent und legte am Donnerstag vorbörslich erneut zu. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens näherte sich damit der Marke von 100 Milliarden Dollar.

Zwar hatte Robinhood Anfang des Jahres mit seinen Quartalszahlen noch enttäuscht, weil die Handelsaktivität zurückging. Inzwischen scheinen sich die Marktbedingungen jedoch zu verbessern. Nachlassende geopolitische Spannungen und die starke Entwicklung an den Aktienmärkten sorgen Analysten zufolge für neues Interesse unter Privatanlegern.

Robinhood bedient mittlerweile fast 28 Millionen Kunden in 38 Ländern. Um effizienter zu arbeiten, kündigte das Unternehmen in diesem Monat allerdings an, rund zehn Prozent der Belegschaft abzubauen.

Nach Einschätzung von Tenev steht das Unternehmen dennoch stärker da als je zuvor. „Robinhoods Geschäft war noch nie so stark“, schrieb er zuvor an die Mitarbeiter. Der CEO sieht das Unternehmen auf dem Weg zu einer schlanken Organisation, die sich vollständig auf weiteres Wachstum und Innovation konzentriert.

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