Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung scheint die Investmentwelt wieder verstärkt Interesse an Kryptounternehmen zu zeigen. Neue Zahlen belegen, dass Wagniskapitalgeber ihren Blick vorsichtig zurück auf die innovative Branche richten.
Das Vertrauen in Krypto kehrt zurück
Laut Zahlen von Galaxy Digital kehrt das Vertrauen von Venture-Capital-Investoren in Krypto langsam zurück. Im dritten Quartal 2025 flossen 4,65 Milliarden Dollar in Kryptounternehmen – ein Anstieg von 290 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Damit verzeichnet die Branche das stärkste Investitionsquartal seit dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX im Jahr 2022.
Die Investitionen verteilten sich auf 415 Deals, von jungen Start-ups bis hin zu großen Finanzierungsrunden. Auffällig ist, dass sieben Deals gemeinsam für die Hälfte des gesamten Volumens standen. So sammelte Revolut 1 Milliarde Dollar ein, während die Kryptobörse Kraken 500 Millionen Dollar anziehen konnte – bei einer Unternehmensbewertung von 15 Milliarden Dollar. Weitere große Empfänger von Kapital waren Erebor (250 Millionen Dollar), Treasury (146 Millionen Dollar) und Fnality (135 Millionen Dollar).
Die Vereinigten Staaten bleiben weiterhin das Zentrum der Krypto-Investitionen. Im dritten Quartal gingen 47 Prozent des Kapitals an US-Unternehmen. Auch 40 Prozent aller Deals wurden in den USA abgeschlossen.
Mit deutlichem Abstand folgt das Vereinigte Königreich mit 28 Prozent der Investitionen. In Asien konnte Singapur 3,8 Prozent des Kapitals anziehen. Bemerkenswert ist zudem, dass auch die Niederlande in der Übersicht auftauchen – mit einem Anteil von 3,3 Prozent an den gesamten Investitionen.
Institutionelle Krypto-Adoption nimmt rasant zu
Dass Wagniskapital wieder einsteigt, dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen sorgt zunehmend klarere Regulierung für Orientierung. Vor allem in den USA wurden zuletzt wichtige Fortschritte erzielt. So unterzeichnete Donald Trump im vergangenen Sommer den sogenannten Genius Act, ein Gesetz, das klare Rahmenbedingungen für die Ausgabe von Stablecoins definiert. Es schreibt unter anderem Anforderungen an Reserven, Aufsicht und Transparenz vor und macht Investitionen großer Akteure in den Sektor damit sicherer.
Hinzu kommt eine deutlich erkennbare Beschleunigung der institutionellen Krypto-Adoption. Immer mehr Unternehmen bauen strategische Rücklagen in digitalen Vermögenswerten auf. So halten börsennotierte Unternehmen inzwischen 1,06 Millionen Bitcoin (BTC) – das entspricht 5,3 Prozent des aktuell zirkulierenden Angebots mit einem Gesamtwert von rund 92 Milliarden Dollar.
Außerdem ist in diesem Jahr ein deutlicher Anstieg der Ethereum-Reserven (ETH) zu beobachten. Insgesamt halten 68 börsennotierte Unternehmen zusammen 6,36 Millionen ETH. Das entspricht einem Wert von etwa 18,5 Milliarden Dollar und rund 5,2 Prozent des gesamten zirkulierenden Ethereum-Angebots.
Nicht zuletzt bleiben amerikanische Spot-Exchange-Traded Funds (ETF) trotz der jüngsten Verluste gefragt. Ein bedeutender Teil der Zuflüsse stammt von institutionellen Investoren, da diese Fonds einen regulierten und vergleichsweise einfachen Zugang zu Krypto-Investments bieten. Laut Daten der Blockchain-Analyseplattform CoinGlass verwalten die Bitcoin ETF inzwischen zusammen rund 121,5 Milliarden Dollar. Bei Ethereum liegt das Volumen bei 17,4 Milliarden Dollar.
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