Stuart Alderoty, der Chief Legal Officer des Blockchain-Unternehmens Ripple, hat kürzlich scharfe Kritik an Bob Stebbins geäußert, dem ehemaligen General Counsel der SEC. Stebbins gilt derzeit als einer der Hauptkandidaten, um Gary Gensler als Vorsitzenden der Securities and Exchange Commission (SEC) abzulösen.
Die umstrittene Ethereum-Rede
In einem aktuellen Beitrag wies Alderoty darauf hin, dass Stebbins eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung der berüchtigten Ethereum-Rede von 2018 spielte. In dieser Rede wurde erklärt, dass Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, kein Wertpapier sei. Diese Aussage hatte damals weitreichende Auswirkungen auf den Kryptomarkt. Die Rede wird bis heute stark diskutiert und kritisiert, insbesondere von Befürwortern der Kryptobranche, die der Meinung sind, dass die Regeln für verschiedene Kryptowährungen inkonsistent angewendet wurden.
Die Ethereum-Rede hat seither viele Debatten über die Regulierung digitaler Vermögenswerte ausgelöst. Ripples Anwaltsteam und Unterstützer haben häufig auf die Widersprüche in der Politik der SEC hingewiesen, insbesondere im Zusammenhang mit der laufenden Klage zwischen der SEC und Ripple, in der XRP als Wertpapier eingestuft wird.
„Clayton 2.0“: Eine Wiederholung der Vergangenheit?
Die Nominierung von Stebbins hat die Kryptogemeinschaft in Aufruhr versetzt, vor allem wegen seiner engen Verbindungen zu Jay Clayton, dem ehemaligen SEC-Vorsitzenden. Clayton ist bekannt für seine Entscheidung, die Klage gegen Ripple in den letzten Wochen seiner Amtszeit einzureichen – ein Schritt, der viel Kontroversen auslöste.
John Reed Stark, ein ehemaliger SEC-Beamter, wies darauf hin, dass Stebbins während seiner Zeit bei der SEC persönlich für die Genehmigung von etwa 80 Durchsetzungsmaßnahmen verantwortlich war, die sich gegen den Kryptosektor richteten. Dies hat Bedenken unter Krypto-Anwälten geweckt, darunter John Deaton. Deaton erklärte, dass die Ernennung von Stebbins einer Fortsetzung von Claytons strenger Politik gleichkäme. „Die Wahl von Bob Stebbins, insbesondere jetzt, wo Clayton die Leitung des SDNY-Büros innehat, kommt einer Wiedereinführung von Clayton-2.0-Politik für Kryptowährungen gleich“, schrieb Deaton in den sozialen Medien.
Weitere Kandidaten im Rennen
Obwohl Stebbins ein prominenter Kandidat ist, gibt es weitere Namen, die als mögliche Nachfolger des SEC-Vorsitzes gehandelt werden. Daniel Gallagher, der derzeitige Chief Legal Officer von Robinhood, gilt als ein möglicher Anwärter. Gallagher verfügt über Erfahrung in der Finanzregulierung und könnte einen ausgewogeneren Ansatz bieten. Darüber hinaus sind Brad Bondi von der Anwaltskanzlei Paul Hastings und Paul Atkins, CEO von Patomak Global Partners, ebenfalls potenzielle Kandidaten. Atkins ist bekannt für seine marktfreundliche Haltung und könnte auf Unterstützung aus der Finanzbranche zählen.
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