Die Spekulation über einen möglichen Börsengang von Ripple (IPO) flammt erneut auf. Der Anlass: das Börsendebüt des Stablecoin-Herausgebers Circle, das erhebliche Kursgewinne erzielte. Investoren fragen sich nun: Was könnte Ripple wert sein, wenn es den Schritt an die Börse macht?
Ripple vs. Circle
Laut dem bekannten Anwalt und XRP-Befürworter John E. Deaton könnte Ripple bei einem Börsengang eine Marktbewertung von möglicherweise 100 Milliarden Dollar erreichen. Er vergleicht das Unternehmen mit dem Stablecoin-Herausgeber Circle, der im Juni 2025 erfolgreich an die Börse ging. Circle hatte bei seinem Börsendebüt eine Marktkapitalisierung von etwa 19 Milliarden Dollar. Die ausgegebene Stablecoin USDC hatte zu diesem Zeitpunkt eine Marktkapitalisierung von ungefähr 61 Milliarden Dollar. Laut den IPO-Dokumenten von Circle hatte das Unternehmen im April 2024 etwa 30 Milliarden Dollar an USDC in eigenem Besitz, aus denen es erhebliche Zinseinnahmen generierte.
Deaton weist jedoch darauf hin, dass Ripple immerhin 40 Milliarden XRP besitzt. Ausgehend vom aktuellen Kurs von 2,13 Dollar, entspricht dies 88 Milliarden Dollar. Die digitale Währung ist jedoch volatiler. Das kann sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil sein, abhängig davon, wie stark XRP performt. Mit groben Schätzungen wäre eine Bewertung des Doppelten von Circle nicht ungewöhnlich. Und dann käme man auf etwa 100 Milliarden Dollar.
Diesen Monat fand übrigens noch ein sogenanntes ‘tender offer’ statt. Dies ist ein öffentliches Übernahmeangebot für bestehende Aktien, oft gerichtet an bestehende Aktionäre. Dabei verkaufte Ripple für 700 Millionen Dollar an Aktien. Jede Aktie wurde für 175 Dollar angeboten. Mit diesem Preis würde die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptounternehmens auf 25 Milliarden Dollar kommen.
Kommt ein IPO?
Ob ein IPO noch in der Planung ist, bleibt vorerst unklar. Ripple CEO Brad Garlinghouse betonte früher, dass „ein IPO keine Priorität“ sei. Ein schneller Börsengang scheint nun weiter entfernt als gedacht, da Richterin Analisa Torres den gemeinsamen Antrag von Ripple und der SEC abgelehnt hat, den Fall vorzeitig zu beenden. Dadurch bleibt die rechtliche Unsicherheit vorerst bestehen und könnte weitere Schritte in Richtung Börse verzögern.
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