Bitcoin-Miner haben in den letzten Monaten Milliarden von Dollar an Bitcoin (BTC) verkauft. Riot Platforms, einer der größten börsennotierten Miner, schließt sich diesem Trend an und veräußerte im ersten Quartal 2026 insgesamt 3.778 BTC. Die Erlöse fließen in den Ausbau von KI-Datenzentren.
Riots Kehrtwende in der Strategie
Das Unternehmen teilte gestern mit, dass es 289,5 Millionen Dollar durch den Verkauf erzielte, zu einem durchschnittlichen Preis von 76.626 Dollar pro Coin. Derzeit wird der digitale Coin für etwas weniger als 67.000 Dollar gehandelt.
Die Kehrtwende ist bemerkenswert. Im gesamten Jahr 2024 und im ersten Quartal 2025 verkaufte das Unternehmen keinen einzigen Bitcoin. Nun wird das Ruder rigoros herumgerissen.
Bereits im Dezember wurden 1.818 BTC auf den Markt gebracht. Zudem meldete das Blockchain-Analyseplattform Arkham vergangenen Donnerstag einen Abfluss von weiteren 500 BTC aus einer Wallet, die mit Riot in Verbindung steht.
Im ersten Quartal produzierte Riot lediglich 1.473 BTC, was bedeutet, dass das Unternehmen deutlich mehr verkaufte, als es erwirtschaftete. Dennoch sind nach wie vor 15.680 BTC in der Bilanz.
Die Erlöse fließen in ein neues Vorhaben: KI-Infrastruktur. Riot unterzeichnete einen Vertrag über 311 Millionen Dollar mit dem Chip-Hersteller AMD für einen zehnjährigen Leasingvertrag eines Datenzentrums auf dem Corsicana-Campus.
Damit folgt das Unternehmen einem Trend, der die gesamte Mining-Branche auf den Kopf stellt. Immer mehr Miner stellen fest, dass ihre Rechenzentren und Energieverträge weitaus mehr einbringen, wenn sie diese für künstliche Intelligenz nutzen, anstatt Bitcoin zu schürfen.
Miner veräußern über 42.000 BTC
Seit Oktober 2025 haben börsennotierte Miner schätzungsweise 42.000 bis 44.000 Bitcoin verkauft, was einem Wert von etwa 3,3 bis 3,5 Milliarden Dollar entspricht. Dies bedeutet das endgültige Ende der HODL-Strategie – dem Halten von Bitcoin als strategische Reserve –, die den Sektor jahrelang geprägt hat.
Der Spitzenreiter ist MARA Holdings, das im März 15.133 BTC für rund 1,1 Milliarden Dollar verkauft hat, weit unter dem eigenen Einstandspreis von etwa 80.900 Dollar pro Coin. Die Erlöse flossen in den Rückkauf von wandelbaren Anleihen.
Auch das ehemalige chinesische Autobauunternehmen Cango verkaufte im Februar 4.451 BTC für 305 Millionen Dollar, um ein Darlehen zu tilgen. Bitdeer leerte sein gesamten Bestand in Höhe von 2.017 BTC und CleanSpark verkaufte im Februar 97 Prozent der monatlichen Produktion. Core Scientific veräußerte 1.900 BTC für 175 Millionen Dollar und kündigte an, auch den Rest zu verkaufen.
Steigende Kosten, sinkende Erträge
Blockchain-Entwickler und Investor Kadan Stadelmann, Mitbegründer des KI-Unternehmens Compance, erklärt, dass Miner aufgrund der steigenden Energiekosten verkaufen, die durch den Krieg im Nahen Osten verschärft werden:
„Miner verkaufen Bitcoin aufgrund der steigenden Energiekosten, die durch den anhaltenden Ölpreisschock, der einen der wichtigsten Kostenfaktoren beim Bitcoin-Mining darstellt, noch verstärkt werden. Da die Energiekosten steigen, sind Miner gezwungen, ihre Bitcoin zu verkaufen, um ihre Betriebskosten zu decken.“
Doch die steigenden Energiekosten sind nur eine Seite der Medaille. Der fallende Bitcoin-Kurs ist mindestens ebenso wichtig, denn er macht das Mining in zweierlei Hinsicht unrentabel: höhere Kosten und geringere Erträge.
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