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Die Aktie von Qualcomm stieg am Freitag um 12 Prozent und liegt nun 75 Prozent höher als vor einem Monat. Damit scheint die Wall Street ein wichtiges neues Thema innerhalb der KI-Revolution zu entdecken: künstliche Intelligenz an der Peripherie des Netzwerks, also KI in den Geräten selbst.
Bislang drehte sich die KI-Rally vor allem um Nvidia, das die Chips für Rechenzentren und große KI-Modelle liefert. Qualcomm spielt eine andere Rolle. Das Unternehmen ist stark in Chips für Smartphones und vernetzte Geräte und versucht, diese Stellung auf Brillen, Autos, Roboter, Laptops und möglicherweise neue KI-Geräte auszubauen.

Die Idee hinter der Rally ist, dass KI nicht nur in der Cloud läuft. Immer mehr Anwendungen werden lokal auf Geräten stattfinden. Beispiele hierfür sind smarte Brillen, Autos mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen, Roboter, Laptops und Telefone, die von KI-Agenten gesteuert werden.
Genau darin liegt die Stärke von Qualcomm. Die Chips des Unternehmens basieren auf Arm-Technologie und sind für ihre Energieeffizienz bekannt. Das ist wichtig für Geräte, die nicht ständig mit riesigen Rechenzentren verbunden sein können, sondern lokal schnell und effizient KI-Aufgaben ausführen müssen.
Laut Ivan Feinseth von Tigress Financial Partners könnte Qualcomm dadurch zu alter Größe zurückfinden. Er sieht das Unternehmen als möglichen Vorreiter der Revolution in vernetzten Geräten.
Ein wesentlicher Bestandteil der Begeisterung ist eine mögliche Zusammenarbeit mit OpenAI. Berichten zufolge arbeitet OpenAI mit Qualcomm an einem KI-Chip für ein neues Gerät, das auf KI-Agenten basiert.
Das nährt Spekulationen, dass Qualcomm eine zentrale Rolle in einer neuen Generation von Unterhaltungselektronik einnehmen könnte. Nicht nur Smartphones, sondern Geräte, bei denen KI die Schnittstelle und das Betriebssystem bildet.
Feinseth beschreibt es als eine Art Telefon mit einem KI-basierten Betriebssystem, das „alles“ kann. Das ist ambitioniert, passt aber zu der allgemeinen Erwartung, dass KI-Geräte der nächste große Schritt nach den Smartphones werden könnten.
Auch die Automobilindustrie wird für Qualcomm immer bedeutender. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen einen Deal mit Stellantis an, der Muttergesellschaft von Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Fiat, Jeep und Maserati.
Stellantis wird Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm für Rechenleistung im Auto nutzen. Dabei geht es um Cockpit-Funktionen, Konnektivität und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme.
Qualcomm hat zuvor bereits ähnliche Vereinbarungen mit Bosch, Volkswagen, Hyundai und BMW geschlossen. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz im Autobereich um 38 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Laut dem Unternehmen fahren bereits mehr als 1 Million Autos mit autonomen Systemen auf Qualcomm-Prozessoren.
Neben Geräten und Autos nimmt Qualcomm nun auch Rechenzentren ins Visier. Das Unternehmen arbeitet an den AI200 und AI250, eigenen KI-Chips, die später in diesem Jahr verfügbar sein sollen.
Damit betritt Qualcomm ein von Nvidia dominiertes Territorium. Die Chips sollen in vollständigen Rack-Systemen geliefert werden, vergleichbar mit den großen KI-Systemen von Nvidia und AMD.
CEO Cristiano Amon sagte früher, dass Qualcomm in diesem Jahr mit der Lieferung an einen großen Hyperscaler beginnen wird. Anleger hoffen, dazu mehr auf der Computex in Taiwan am 2. Juni und während des Qualcomm-Anlegertags am 24. Juni zu erfahren.
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