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Polygon (POL) zeigt hinter den Kulissen ein auffallend starkes Wachstum. Das Netzwerk verarbeitet mehr Zahlungen als je zuvor und erhielt in dieser Woche einen wichtigen Impuls: PayPals Stablecoin PYUSD läuft künftig nativ auf Polygon. Damit festigt das Blockchain-Netzwerk seine Position als Infrastruktur für digitale Zahlungen.
Der POL-Kurs bleibt dennoch hinter diesen fundamentalen Entwicklungen zurück. Der Token notiert bei rund acht US-Cent und damit weiterhin weit unter den Höchstständen früherer Jahre. Zwar hat sich der Kurs in den vergangenen Wochen vorsichtig erholt, die technische Erholung muss sich aber erst bestätigen.
Das monatliche Transaktionsvolumen über Blockchain-Zahlungskarten auf Polygon liegt Mitte Juli bereits bei mehr als 30,5 Millionen Dollar. Das sind gut 122 Prozent mehr als das gesamte Volumen von 13,69 Millionen Dollar im Juni. Hält dieses Tempo an, ist ein neuer Monatsrekord in Reichweite.
Die absoluten Beträge sind noch vergleichsweise überschaubar, auffällig ist vor allem die Wachstumsdynamik. Polygon positioniert sich immer klarer als Blockchain für Zahlungen. Ein jüngstes Upgrade verkürzte die Blockzeit auf rund anderthalb Sekunden und erhöhte die Kapazität auf etwa 5.000 Transaktionen pro Sekunde – ein Niveau, das mit traditionellen Zahlungsnetzwerken vergleichbar ist.
Seit dem Start wurden Stablecoins im Wert von mehr als 2,6 Billionen Dollar über Polygon transferiert. Diese Position erhielt in dieser Woche zusätzliches Gewicht, als Paxos bekanntgab, dass PayPals Stablecoin PYUSD künftig nativ auf Polygon ausgegeben wird. Damit entscheidet sich einer der bekanntesten Namen im digitalen Zahlungsverkehr für die Infrastruktur des Netzwerks.
In den vergangenen Wochen kursierten zudem Zahlen, denen zufolge die Zahl der POL-Halter binnen kurzer Zeit stark gestiegen sein soll. Diese Angaben müssen jedoch eingeordnet werden. PolygonScan registriert insgesamt rund zwei Millionen Adressen mit POL, weshalb solche Auswertungen vermutlich nur einen Teil aller Wallets erfassen. Zudem ist eine Wallet nicht gleichbedeutend mit einem Nutzer. Eine einzelne Partei kann Tausende Adressen kontrollieren, und plötzliche Anstiege sind häufig auf technische Änderungen zurückzuführen.
Die Daten zum Zahlungsverkehr und zu den Transaktionen dürften daher ein verlässlicheres Bild der tatsächlichen Akzeptanz des Netzwerks liefern.
Polygon-Gründer Sandeep Nailwal teilte außerdem mit, dass derzeit dreizehn KI-Projekte auf dem Netzwerk entwickelt werden. Eines davon verarbeitet inzwischen Transaktionen auf fünf verschiedenen Blockchains. Auch im Bereich dezentraler Börsen bleibt Polygon ein wichtiger Akteur, mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 433 Millionen Dollar.
Dem starken Netzwerkwachstum stand zugleich Verkaufsdruck durch einen großen Investor gegenüber. Ein sogenannter Whale überwies in vier Transaktionen insgesamt 14 Millionen POL an die Kryptobörse Binance, mit einem Gesamtwert von etwa 1,17 Millionen Dollar.
Die betreffende Wallet enthält inzwischen keine POL mehr. Das deutet darauf hin, dass dieser Investor seine gesamte Position verkauft hat. Der Verkaufsdruck von dieser konkreten Adresse scheint damit vorerst abgeklungen zu sein.
Auch technisch zeigt der POL-Kurs eine vorsichtige Erholung. Seit Anfang Juli bewegt sich der Kurs in einem Aufwärtstrend oberhalb einer steigenden Unterstützungslinie. Zudem wurde der Widerstand bei rund 0,082 Dollar durchbrochen.
Überzeugend ist das technische Bild dennoch noch nicht. Die wichtigsten Unterstützungszonen liegen zwischen 0,078 und 0,080 Dollar, weitere Unterstützung findet sich bei rund 0,075 und 0,073 Dollar. Bleibt POL über diesen Niveaus, bleibt das positive Szenario intakt. Fällt der Kurs darunter, könnte sich der jüngste Anstieg doch noch als Fehlausbruch erweisen und ein Rückgang in Richtung 0,068 Dollar wieder in den Fokus rücken.
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