Die Oracle-Aktie stieg nachbörslich um fast 9 Prozent, nachdem das Unternehmen starke Quartalszahlen präsentierte. Besonders die Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur für künstliche Intelligenz wächst explosionsartig.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Rechenleistung für KI derzeit weit größer ist als das Angebot.
Explosives Wachstum im AI-Cloud-Bereich
Oracle steigerte den Umsatz seiner Infrastruktursparte um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar im Quartal, das am 28. Februar endete. Das übertrifft das von Analysten erwartete Wachstum von 79 Prozent.
Auch langfristig bleibt Oracle optimistisch. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr, das im Juni beginnt, auf etwa 90 Milliarden Dollar steigen könnte. Analysten hatten im Durchschnitt mit etwa 86,7 Milliarden Dollar gerechnet.
Oracle profitiert von großen Cloud-Verträgen mit unter anderem OpenAI und Meta. Das Unternehmen baut Rechenzentren mit spezialisierten Chips, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen genutzt werden.
Laut Oracle wächst die Nachfrage nach KI-Rechenleistung derzeit schneller als das Angebot.
Massive Investitionen in Rechenzentren
Das schnelle Wachstum geht mit enormen Investitionen einher. Im vergangenen Quartal gab Oracle etwa 18,6 Milliarden Dollar für Investitionen aus, hauptsächlich für neue Rechenzentren. Analysten hatten zuvor etwa 14 Milliarden Dollar erwartet.
Für das laufende Geschäftsjahr plant Oracle, insgesamt etwa 50 Milliarden Dollar in Infrastruktur zu investieren. Damit soll die steigende Nachfrage nach AI-Cloud-Kapazitäten gedeckt werden.
Laut Unternehmen werden mittlerweile etwa 90 Prozent der Cloud-Kapazitätsprojekte pünktlich oder sogar früher als geplant geliefert.
Riesige AI-Verträge
Oracle berichtete zudem, dass seine sogenannte Remaining Performance Obligation, ein Maß für zukünftige Vertragseinnahmen, auf 553 Milliarden Dollar gestiegen ist. Im vorherigen Quartal lag sie noch bei 523 Milliarden Dollar.
Ein großer Teil dieses Wachstums resultiert aus gewaltigen AI-Verträgen, bei denen Kunden selbst in den Kauf von Halbleitern für Rechenzentren investieren. Laut Oracle stärken die finanziellen Positionen großer AI-Kunden zudem die Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten.
AI verändert auch die Softwareentwicklung
Der Aufstieg von KI hat auch Auswirkungen auf die interne Organisation von Oracle. Mithilfe neuer KI-Tools zur Codegenerierung kann das Unternehmen Software schneller mit kleineren Teams entwickeln.
Oracle hatte bereits angekündigt, Tausende von Stellen abzubauen, um Kosten zu senken. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit etwa 1,6 Milliarden Dollar an Restrukturierungskosten im Geschäftsjahr, das im Mai endet.
Starke Zahlen trotz vorherigem Kursrückgang
Insgesamt stieg der Quartalsumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn lag bei 1,79 Dollar pro Aktie, über den Analystenerwartungen.
Die Oracle-Aktie erreichte im nachbörslichen Handel etwa 164 Dollar, nachdem sie zuvor bei 149,40 Dollar geschlossen hatte.
Trotz starker Zahlen stand die Aktie in den vergangenen Monaten unter Druck. Seit einem Höchststand im September hat Oracle mehr als die Hälfte seines Wertes verloren, vor allem wegen Bedenken über die hohen Kosten des weltweiten Ausbaus von AI-Rechenzentren.
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