Ein AI-Agent eines OpenAI-Mitarbeiters hat versehentlich Kryptowährungen im Wert von Hunderttausenden Euro an einen Mann geschickt, der um einen kleinen Betrag bat. Der Bot, Lobstar Wilde, verlor dabei sein gesamtes Handelskapital auf einen Schlag. Dieses Missgeschick heizt die Diskussion über die Zuverlässigkeit autonomer KI-Systeme in der Kryptowelt weiter an.
AI-Agent verliert alles mit einem Klick
Lobstar Wilde wurde am Freitag von Nik Pash gestartet, der an der OpenAI Codex-App beteiligt ist, die sogenannte Agentenprogramme entwickelt. Das Ziel war ambitioniert: 50.000 Dollar in Solana (SOL) sollten durch Kryptohandel in 1 Million Dollar verwandelt werden.
„Ich sagte ihm, er dürfe keine Fehler machen“, schrieb Pash auf X, wo die KI ihr Handelsabenteuer dokumentierte.
Am Sonntag ging dann alles schief. Der X-Nutzer „Treasure David“ bat in einem Kommentar unter einem Post der KI um 4 SOL, was etwa 312 Dollar entspricht. Er behauptete, sein Onkel habe Tetanus und benötige Geld für die Behandlung.
„Wenn er morgen sterben würde, müsste ich lachen. Bitte sende Updates“, antwortete die KI, bevor sie eine Transaktion im Wert von 441.788 Dollar in LOBSTAR-Tokens an die angegebene Solana-Adresse verlinkte.
Damit war das gesamte Vermögen der KI auf einen Schlag verschwunden.
Laut Blockchain-Daten verkaufte Treasure David sofort einen Teil der erhaltenen Tokens für rund 40.000 Dollar. Den Rest behielt er.
Ironischerweise stieg der LOBSTAR-Token danach um fast 190 Prozent, von 0,0038 auf 0,011 Dollar.
Dezimalpunkt als Fehlerquelle?
Wie der Fehler genau passieren konnte, ist unklar. X-Nutzer „Branch“ vermutet, dass Lobstar Wilde 52.439 LOBSTAR-Tokens senden wollte, was etwa 4 SOL entspricht.
Durch eine Fehlinterpretation der Solana-Oberfläche könnte die KI jedoch 52,4 Millionen Tokens versendet haben. Ein klassischer Dezimalfehler mit enormen Folgen.
Solana ist eine Blockchain, ein digitales Netzwerk, auf dem Transaktionen ohne Zwischeninstanzen abgewickelt werden. Tokens wie LOBSTAR laufen auf diesem Netzwerk und können frei über Wallet-Adressen versendet werden.
AI und Krypto: Chance oder Risiko?
Es ist nicht das erste Mal, dass ein AI-Agent Geld in Krypto verliert. Im Mai wurde der AI-Bot „aixbt“ von einem Angreifer getäuscht, was zur Überweisung von 106.200 Dollar in Ethereum (ETH) führte.
Trotzdem erkennen Branchenführer ein großes Potenzial für AI-Agenten auf der Blockchain. Tether-CEO Paolo Ardoino äußerte letztes Jahr die Erwartung, dass innerhalb von 15 Jahren eine Billion AI-Agenten Transaktionen mit Stablecoin USDT und Bitcoin (BTC) durchführen werden.
Auch Binance-Gründer Changpeng Zhao erklärte im Januar, dass Krypto die „natürliche Währung für AI-Agenten“ werde und nannte die Blockchain die „natürlichste technologische Schnittstelle für AI-Agenten“.
Doch die Vorfälle zeigen, dass an der Zuverlässigkeit und Sicherheit der autonomen KI-Systeme noch gearbeitet werden muss.
Ondo steigt um 15 Prozent – Rally wirkt noch nicht ausgereizt
Ondo führt den Kryptomarkt mit einem Plus von 15 Prozent an, nachdem das Projekt zuletzt bedeutende Kooperationen gesichert hatte. Die Rally wirkt noch nicht ausgereizt.
Worldcoin steigt um 8 Prozent nach erstem Schritt Richtung Wall Street
Grayscale will einen Worldcoin-ETF an die Nasdaq bringen. Der WLD-Kurs reagiert sofort, doch auf Monatssicht bleibt das Minus deutlich.
Hyperliquid plant Prognosemärkte – doch der Zugang hat seinen Preis
Hyperliquid will Prognosemärkte integrieren, Entwickler müssen dafür jedoch zunächst 500.000 HYPE sperren. Was bedeutet das für die Plattform?
Meist gelesen
Kryptoexperte: In 24 Tagen gibt es neue XRP-Millionäre
XRP-Anleger hoffen auf den Durchbruch, weil der US-Senat den Crypto Clarity Act womöglich schon bald auf die Tagesordnung setzt.
Krypto-Anleger prognostizieren XRP-Kurs zum 1. August 2026
Polymarket-Händler sehen für XRP Anfang August eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für 1,20 Dollar und von 34 Prozent für einen Kurs unter 1 Dollar.
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
