Kryptounternehmen arbeiten seit Jahren daran, Kryptowährungen auch außerhalb von Handelsplattformen nutzbar zu machen. In Europa scheint dieser Traum nun näher zu rücken. Neue Regelungen schaffen mehr Klarheit, während große Akteure vorsichtig mit Zahlungsoptionen experimentieren. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit von Kryptowährungen.

OKX bringt europäische Zahlungskarte heraus

Die beliebte Kryptobörse OKX führt eine neue Zahlungskarte für Nutzer in der Europäischen Union ein. Mit dieser Karte können Kunden in allen Geschäften und Online-Shops bezahlen, die Mastercard akzeptieren. Diese Zahlungen erfolgen über Stablecoins, Kryptowährungen, die an traditionelle Währungen wie den Euro oder den Dollar gekoppelt sind. Analysten sehen die Einführung als ernsthaften Test für die Nutzung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel im Alltag.

Die OKX Card ist zunächst für verifizierte europäische Nutzer verfügbar. Zum Start unterstützt die Karte unter anderem USDC von Circle und den Global Dollar USDG, ausgegeben von Paxos. Zahlungen werden automatisch über das Mastercard-Netzwerk abgewickelt, sodass die Karte wie eine herkömmliche Zahlungskarte funktioniert.

Nutzer, die über diese Zahlungskarte bezahlen, können auch Cashback erhalten, wenn sie USDG zur Bezahlung verwenden. Dieses Cashback beträgt bis Ende Februar maximal 20%.

Die Karte wird von Monavate herausgegeben, einem sogenannten Electronic Money Institution mit Lizenz im Europäischen Wirtschaftsraum. OKX selbst ist in Europa als Kryptoanbieter unter der Markets in Crypto-Assets Regulation, kurz MiCA, registriert. Das bedeutet, dass das Unternehmen strengen Auflagen hinsichtlich Überwachung und Verbraucherschutz unterliegt.

Laut dem OKX Europa-Direktor Erald Ghoos ist das Ziel vor allem, Kryptowährungen praktisch nutzbar zu machen. „Mit der OKX Card machen wir es den Menschen in Europa einfach, Kryptowährungen für reale Einkäufe zu nutzen,“ so Ghoos. „Zahlen ist ein Grundbedürfnis, aber für viele Nutzer war Krypto dafür bisher zu kompliziert.“

Stablecoins gewinnen als Zahlungsmittel an Bedeutung

Die Zahlungskarte ist mit OKX Pay verknüpft, einer selbstverwalteten Wallet in der OKX App. Nutzer behalten dadurch die volle Kontrolle über ihre Kryptowährungen, während sie dennoch in Euro an bestehenden Zahlungsstellen bezahlen können. Die Wallet kann direkt vom OKX-Handelsplattform aus gefüllt werden.

Um die Karte nutzen zu können, müssen Kunden zunächst eine vollständige Identitätsprüfung durchlaufen. OKX verpflichtet alle Nutzer zu einer KYC- und AML-Prozedur, wie sie unter europäischem Recht vorgeschrieben ist. Laut dem Unternehmen ist dies notwendig, um das Produkt in der gesamten EU verfügbar zu machen.

Monavate, der Herausgeber der Karte, hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich und ist in Europa aktiv. Das Unternehmen steht kurz davor, von der Wallet-Anbieter Exodus übernommen zu werden, nach einer endgültigen Vereinbarung, die Ende 2025 angekündigt wurde.

Die Einführung der OKX Card ist Teil einer breiteren Entwicklung. Im Jahr 2025 stiegen die Ausgaben über Visa-Kryptokarten um 525 Prozent. Marktbeobachter erwarten, dass Stablecoins dadurch immer häufiger an der Kasse auftauchen, auch wenn sich erst noch zeigen muss, ob Verbraucher sie tatsächlich in großem Umfang nutzen werden.

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