Das weltweite Zahlungsvolumen mit Stablecoins hat sich innerhalb eines Jahres auf 390 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Das geht aus einem Bericht von McKinsey hervor, der auf Daten von Artemis Analytics basiert. Die auffälligste Erkenntnis: Nicht mehr Privatpersonen treiben das Wachstum, sondern Unternehmen. Geschäftszahlungen machen 60 % des Gesamtvolumens aus und sind innerhalb eines Jahres um 733 % gestiegen.
Asien dominiert mit 60 % aller Zahlungen
Asien ist mit Abstand die wichtigste Region. Rund 245 Milliarden Dollar an Stablecoin-Zahlungen stammen aus dieser Region, wobei Singapur, Hongkong und Japan die Hauptzentren sind. Nordamerika folgt mit 95 Milliarden Dollar und Europa mit 50 Milliarden. Lateinamerika und Afrika bleiben vorerst unter 1 Milliarde pro Region.
Das gesamte Volumen klingt beeindruckend, ist aber im Vergleich noch bescheiden. Stablecoin-Zahlungen machen derzeit etwa 0,02 % aller weltweiten Zahlungen aus. Das Wachstum ist explosiv, doch der Anteil bleibt klein.
Unternehmen steigen massenhaft um
Der Übergang von privater zu geschäftlicher Nutzung ist das auffälligste Signal im Bericht. So genannte B2B-Transaktionen machen 226 Milliarden Dollar aus, etwa 60 % des Gesamtvolumens. Vor einem Jahr war dies nur ein Bruchteil davon.
Unternehmen nutzen Stablecoins zunehmend für internationale Zahlungen, da sie schneller und günstiger als traditionelle Bankwege sind. Keine Wartezeit von Tagen, keine hohen Überweisungsgebühren und keine Abhängigkeit von Korrespondenzbanken. Besonders im grenzüberschreitenden Handel ist das ein großer Vorteil.
Auch Stablecoin-Zahlungskarten wachsen schnell. Nutzer geben ihre Stablecoins direkt in Geschäften weltweit aus, ohne vorher Geld über eine Bank umwandeln zu müssen. Die Ausgaben über diese Karten stiegen 2025 auf 4,5 Milliarden Dollar, ein Wachstum von 673 %.
Markt könnte auf 3 bis 4 Billionen Dollar wachsen
Der Gesamtwert der im Umlauf befindlichen Stablecoins stieg von weniger als 30 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf derzeit über 390 Milliarden. Die Erwartungen für die kommenden Jahre sind ambitioniert. Die US-Finanzministerin Bessent prognostizierte, dass der Markt bis 2030 auf 3 Billionen Dollar wachsen könnte. Die Investmentbank Citi geht in einem optimistischen Szenario sogar von 4 Billionen aus.
McKinsey warnt jedoch, dass weiteres Wachstum von technologischen Entwicklungen, klarer Regulierung und breiterer Akzeptanz abhängt. Doch die Richtung ist klar. Stablecoins sind kein Krypto-Experiment mehr. Sie werden ein ernstzunehmender Teil des globalen Zahlungsverkehrs.
Analyse: Gerät Circles Geschäftsmodell ins Wanken?
Circle verlor nach dem Start des Rivalen Open USD 17 Prozent. In dieser Analyse: was passiert ist, die Bull Case, die Bear Case und worauf es jetzt ankommt.
Stablecoin-Markt schrumpft erstmals seit fast drei Jahren: Was steckt dahinter?
Der Stablecoin-Markt schrumpft erstmals seit 2023. Regulierung, Banken und die Verbreitung digitaler Dollar kommen dennoch weiter voran.
Russland legt Starttermin für digitalen Rubel fest
Russland führt den digitalen Rubel am 1. September ein – trotz europäischer Sanktionen und Sorgen über den internationalen Zahlungsverkehr.
Meist gelesen
XRP verschwindet in großem Stil von Binance: Was bedeutet das für den Kurs?
Viele XRP-Halter ziehen ihre Coins von der Kryptobörse Binance in eigene Wallets ab. Kann das dem Kurs neuen Schwung geben?
Warum der November 2026 für Ripple und XRP bedeutend sein könnte
Eine neue SWIFT-Aktualisierung im November 2026 und ein Konzept eines ehemaligen SWIFT-Veteranen nähren die Spekulationen über eine Rolle von XRP.
Kann XRP auf 10.000 bis 50.000 Dollar steigen? ChatGPT erklärt, warum es möglich ist
Südkorea will auch kleine Kryptotransaktionen überwachen. Der Vorschlag soll Geldwäsche verhindern und internationale Vorschriften stärken.
