Nach Jahren steigender Märkte warnt der US-Ökonom Harry Dent vor einem historischen Wendepunkt. Seiner Meinung nach steht die Welt am Vorabend des größten finanziellen Crashs aller Zeiten. Bitcoin (BTC), Immobilien, Aktien und sogar KI-Aktien könnten stark betroffen sein.
Superblase kurz vor dem Platzen
In einem jüngsten Interview mit dem Journalisten David Lin erklärt Dent, dass sich die Weltwirtschaft seit 2009 in einer beispiellosen „Superblase“ befindet. Diese umfasst seiner Meinung nach nahezu alle Märkte, von Aktien über Immobilien bis hin zu Bitcoin und künstlicher Intelligenz. „Diese Blase ist anders“, sagt er. „Sie begann direkt nach 2008, ohne eine Bereinigung durch eine Rezession, und ist seither nur noch weiter aufgeblasen worden.“
Laut Dent haben Zentralbanken und Regierungen nach der Finanzkrise von 2008 eine notwendige Korrektur hinausgezögert. Durch jahrelange Geldschöpfung und extrem niedrige Zinssätze sind die Märkte künstlich aufgebläht worden. Daher wird die unvermeidliche Korrektur seiner Meinung nach umso heftiger ausfallen.
Dent prognostiziert, dass Januar 2026 der Wendepunkt sein wird. Die erste Handelswoche des Jahres sei laut ihm oft entscheidend. Ein schwacher Start könnte der Beginn des „größten Crashs aller Zeiten“ sein.
Bitcoin als frühes Warnsignal
Der Ökonom sieht Bitcoin als den Indikator für einen bevorstehenden Crash. In früheren Zyklen fiel der BTC-Kurs nach einem Höchststand oft um mehr als siebzig Prozent.
Basierend auf diesem Muster erwartet Dent, dass der Bitcoin-Kurs 2026 auf 30.000 Dollar zurückfallen könnte. In einem extremen Szenario nennt er sogar einen Rückgang auf 15.600 Dollar – das Niveau von Ende 2022, kurz nach der Insolvenz der Kryptobörse FTX.
Ein solcher Rückgang würde einem Verlust von mehr als 75 Prozent im Vergleich zum Allzeithoch von Oktober 2025 entsprechen.
KI-Aktien verhalten sich wie eine Blase
Dent warnt auch vor KI-Aktien wie Nvidia, das kürzlich auf eine Marktkapitalisierung von über 5 Billionen Dollar gestiegen ist. Inzwischen ist dieser Wert leicht gesunken, aber laut Dent ist das Blasenverhalten offensichtlich: schnelle Kurssteigerungen, enormer Zufluss von spekulativem Kapital und zunehmende FOMO unter Anlegern.
Obwohl er die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz anerkennt, sieht er Parallelen zur Dotcom-Krise. Damals stürzte ein Technologieriese wie Cisco um mehr als achtzig Prozent ab, trotz fundamentaler Stärke der Technologie. Laut Dent steht der KI-Sektor nun an einem ähnlichen Punkt.
Nur Staatsanleihen noch „sicher“
Laut Dent sind US-Staatsanleihen das einzig sichere Refugium. Da die US-Regierung ihre Schulden jederzeit durch das Drucken von Dollars begleichen kann, bieten sie seiner Meinung nach noch einen gewissen Schutz. „Sie sind nicht perfekt, aber in einem Crash dieser Größenordnung am wenigsten schlecht“, so Dent.
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