Eine geplante Investition von möglicherweise 100 Milliarden Dollar in OpenAI wurde unerwartet von Nvidia abgeblasen. Der Chiphersteller zweifelt an Umfang und Struktur des Megadeals, berichtet das Wall Street Journal. Damit scheint eine der größten KI-Kooperationen vorerst vom Tisch.
Zweifel bei Nvidia blockieren Einigung
Die Zusammenarbeit sollte sich um den Aufbau fortschrittlicher KI-Rechenzentren drehen, die größtenteils von Nvidia-Hardware betrieben werden. Die vorgesehene Investition sollte OpenAI Zugang zu einer Rechenleistung von zehn Gigawatt verschaffen, vergleichbar mit dem Stromverbrauch einer Stadt wie New York.
Laut Insider-Informationen kamen intern bei Nvidia Zweifel an der Größe und dem Aufbau des Projekts auf. Obwohl im September eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde, ist es seither still geblieben. Nvidia bestätigt, dass es bereits seit zehn Jahren mit OpenAI zusammenarbeitet, lehnt jedoch eine Stellungnahme zum Status des Deals ab.
OpenAI sucht weiter nach Milliardeninvestitionen
Die Gespräche zwischen Nvidia und OpenAI sind laut Wall Street Journal nicht endgültig beendet. Ein alternatives Szenario sieht vor, dass Nvidia dennoch mehrere Dutzend Milliarden Dollar in die aktuelle Finanzierungsrunde von OpenAI investiert, allerdings in kleinerem Umfang.
OpenAI versucht in dieser Runde bis zu 100 Milliarden Dollar aufzutreiben. Amazon soll in Gesprächen über eine Investition von mehreren Dutzend Milliarden sein und will gleichzeitig seine Zusammenarbeit erweitern, indem es Rechenkapazitäten für das KI-Unternehmen bereitstellt. Solche Konstruktionen, bei denen Investoren zugleich Kunden sind, werfen Fragen zur Nachhaltigkeit des KI-Hypes auf.
Nvidia-CEO Jensen Huang hat diese Kritik zuvor abgetan. Seiner Meinung nach machen derartige Investitionen nur einen kleinen Teil der Gesamtfinanzierung aus, die nötig ist, um das Wachstum der Branche voranzutreiben.
Nvidia bleibt stark in KI-Sektor engagiert
Trotz des geplatzten Megadeals investiert Nvidia weiterhin aktiv in KI-Unternehmen. Anfang dieser Woche gab das Unternehmen bekannt, weitere 2 Milliarden Dollar in CoreWeave zu stecken, einen Cloud-Anbieter, der ebenfalls großer Abnehmer von Nvidia-Chips ist.
Die Entwicklungen zeigen, wie wichtig strategische Partnerschaften und Kapital in der schnell wachsenden Welt der künstlichen Intelligenz sind. OpenAI, unter der Leitung von Sam Altman, bleibt dabei ein zentraler Akteur.
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