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Nvidia investiert Milliarden in eine Technologie, die für die nächste Phase der KI-Revolution entscheidend sein könnte: die Photonik. Seit März hat der Chiphersteller mindestens 6,5 Milliarden Dollar in Unternehmen investiert, die an dieser Technologie arbeiten.

Photonik dreht sich um die Datenübertragung mit Licht statt Elektrizität. Das klingt technisch, ist aber schlicht: KI-Rechenzentren müssen gigantische Datenmengen zwischen Chips, Servern und Speichersystemen bewegen. Derzeit geschieht dies größtenteils über elektrische Signale und Kupferverbindungen. Das funktioniert, ist aber energieintensiv und könnte die weitere KI-Entwicklung bremsen.

Nvidia will Flaschenhals beseitigen

Die Investitionen von Nvidia zeigen, wo der nächste Flaschenhals bei KI liegt. Nicht nur die Chips selbst sind wichtig, sondern auch die Verbindungen dazwischen. Je größer KI-Modelle werden, desto mehr Bandbreite wird benötigt, um alle Teile eines Rechenzentrums schnell miteinander zu vernetzen.

Deshalb hat Nvidia unter anderem 2 Milliarden Dollar in Lumentum, Coherent und Marvell investiert. Zudem flossen 500 Millionen Dollar in Corning und das Unternehmen beteiligte sich an einer Finanzierungsrunde von 500 Millionen Dollar für das Optik-Startup Ayer Labs.

Laut Jensen Huang, dem CEO von Nvidia, ist die weltweite Kapazität für Silizium-Photonik noch viel zu gering für die künftigen Anforderungen der KI-Industrie. Nvidia versucht daher schon jetzt, die Lieferketten auszubauen.

Licht soll Kupfer ersetzen

Photonik kann verwendet werden, um Daten mit Lichtsignalen zwischen GPUs, Speicher, Netzwerkchips, Servern und Rechenzentren zu übertragen. Das könnte schneller und energieeffizienter sein als die elektrische Datenübertragung über Kupfer.

Kupfer bleibt vorerst wichtig, da es relativ günstig und zuverlässig ist. Doch mit wachsender KI-Infrastruktur könnte optische Konnektivität zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Das passt zur Entwicklung sogenannter KI-Fabriken. Enorme Rechenzentren mit Tausenden oder sogar Millionen von Chips, die gemeinsam an KI-Modellen arbeiten. Wenn diese Chips nicht effizient miteinander kommunizieren, spielt ihre individuelle Leistung keine Rolle.

Neue Gewinner in der KI-Wertschöpfungskette

Die Börse hat diese Entwicklung bereits erkannt. Aktien von Unternehmen, die an Photonik arbeiten, sind dieses Jahr stark gestiegen. Lumentum hat deutlich zugelegt, Coherent hat sich fast verdoppelt und auch Marvell und Corning verzeichnen starke Anstiege.

Das zeigt, dass Anleger zunehmend über Nvidia hinausblicken. Die KI-Rally verschiebt sich langsam von den bekannten Chipherstellern zu Unternehmen, die die Infrastruktur hinter der Infrastruktur bereitstellen.

Wie ASML, TSMC und Speicherhersteller für KI-Chips unerlässlich sind, könnten Photonikunternehmen entscheidend für die Verbindungen in KI-Rechenzentren werden.

Produktion bleibt herausfordernd

Dennoch ist die Technologie noch nicht massentauglich. Experten zufolge ist nicht die Theorie das größte Problem, sondern die Großserienproduktion. Optische Komponenten müssen extrem präzise mit Silizium-Chips ausgerichtet werden. Wenn beim Verpacken etwas schiefgeht, ist eine Reparatur oft schwierig oder unmöglich.

Daher erwarten einige Analysten, dass die großflächige Einführung erst ab 2028 wirklich beginnt. Der Übergang hat also begonnen, befindet sich aber noch in einer frühen Phase.

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