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Japan setzt konsequent auf künstliche Intelligenz und Robotik. Das Land kauft 27.500 der neuesten Rubin-KI-Chips von Nvidia, um ein eigenes KI-Basismodell für Roboter zu entwickeln. Mit dem Projekt will Tokio die Abhängigkeit von ausländischer Technologie verringern und sich eine führende Rolle in der globalen Robotik sichern.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat die japanische Regierung Noetra Corp. gegründet. Die neue Organisation soll den Aufbau einer nationalen KI-Plattform koordinieren. Dafür erhält das Unternehmen bis März kommenden Jahres staatliche Mittel in Höhe von 387,3 Milliarden Yen, umgerechnet rund 2,4 Milliarden Dollar.
Ein Teil des Geldes fließt in den Bau eines großen Rechenzentrums mit einer Leistung von etwa 140 Megawatt. Es soll im Juni 2028 in Betrieb gehen. Für die nötige Rechenleistung beschafft Noetra 27.500 Rubin-Chips von Nvidia, die neueste Generation der KI-Chips des Konzerns.
Zudem soll Noetra die Kräfte Dutzender japanischer Technologieunternehmen bündeln, darunter Sony, SoftBank und Fujitsu. Viele dieser Firmen haben bereits eigene KI-Modelle entwickelt. Durch die Zusammenführung dieses Know-hows will Japan ein leistungsfähiges nationales KI-Ökosystem aufbauen.
Nach Ansicht des japanischen Ministers für Wirtschaft, Handel und Industrie, Ryosei Akazawa, ist dieses Ökosystem von strategischer Bedeutung. „Für ein rohstoffarmes Land wie Japan, das zudem immer wieder von Naturkatastrophen betroffen ist, ist es sogar existenziell wichtig“, sagte er bei der Vorstellung.
Die Ambition reicht über ein neues Sprachmodell hinaus. Noetra will noch vor März kommenden Jahres ein erstes KI-Modell veröffentlichen und anschließend in hohem Tempo weitere Versionen nachlegen. Das Ziel ist ein spezialisiertes KI-Modell, das Robotern komplexe physische Aufgaben beibringen kann.
Der Fokus auf Roboter ist kein Zufall. Japan ist Sitz einiger der größten Hersteller industrieller Roboter weltweit. Bis 2040 will das Land mehr als 30 Prozent des globalen Robotikmarkts kontrollieren, der dann Schätzungen zufolge rund 60 Billionen Yen schwer sein dürfte.
Nach Einschätzung von Nvidia-Chef Jensen Huang kann KI auch dazu beitragen, handwerkliches Fachwissen zu bewahren. In Japan gehen viele erfahrene Schweißer, Maschinisten und andere technische Spezialisten in den Ruhestand, ohne ihr Wissen vollständig weiterzugeben. KI könne diese Expertise erfassen und an künftige Generationen weitergeben.
Zudem muss Japan Huang zufolge massiv in die zugrunde liegende Infrastruktur investieren. „Wir werden in Japan noch deutlich mehr Infrastruktur aufbauen“, sagte er. „Das ist erst der Anfang.“ Dabei geht es nicht nur um neue Rechenzentren, sondern auch um einen erheblichen Ausbau des Stromnetzes, damit die zusätzliche Rechenleistung versorgt werden kann.
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