Die Wall Street erlebte gestern einen harten Rückschlag aus Angst, dass neue KI-Tools komplette Softwareunternehmen überflüssig machen könnten. Der Chiphersteller Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, verzeichnete einen Rückgang von über 5 Prozent und CEO Jensen Huang ging sofort in die Verteidigung.
AI braucht gerade Softwareunternehmen
Die Panik entstand nach der Einführung eines neuen KI-Automatisierungstools von Anthropic, über das Sie heute Morgen bereits lesen konnten. Anleger befürchten, dass künstliche Intelligenz schneller als erwartet bestehende Geschäftsmodelle untergräbt, insbesondere in den Bereichen Software, Daten und Unternehmensdienstleistungen.
Das führte zu erheblichen Kursrückgängen an der Börse, wovon auch Bitcoin (BTC) und der Rest des Kryptomarktes betroffen waren. Die größte Kryptowährung fiel in wenigen Stunden um mehr als 6 Prozent auf ihren niedrigsten Stand seit November 2024.
Jensen Huang erklärte auf einer KI-Konferenz in San Francisco, die von Cisco organisiert wurde, dass die Sorgen um KI unbegründet seien.
„Es gibt die Vorstellung, dass die Werkzeuge der Softwareindustrie verfallen und von KI ersetzt werden … Das ist das Unlogischste der Welt, und die Zeit wird es zeigen“, sagte der Nvidia-Chef.
Laut ihm basiert moderne KI gerade auf bestehender Software, anstatt von Grund auf neu aufgebaut zu werden.
„Wenn du ein Mensch oder ein Roboter wärst, künstlich, allgemeine Robotik, würdest du dann Werkzeuge benutzen oder Werkzeuge neu erfinden? Die Antwort ist natürlich: Werkzeuge benutzen … Deshalb drehen sich die neuesten Durchbrüche in der KI darum, Werkzeuge zu nutzen, weil diese Werkzeuge darauf ausgelegt sind, explizit zu sein.“
Das macht Softwareunternehmen laut Huang nicht überflüssig, sondern geradezu unverzichtbar.
Softwareaktien weltweit unter Druck
Huang’s Äußerungen folgten auf einen schweren Börsentag für Softwareunternehmen.
Ein von Goldman Sachs zusammengestellter Korb amerikanischer Softwareaktien fiel um etwa sechs Prozent. Das war der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit der Verkaufspanik um Importzölle im letzten Jahr.
Für ganz Wall Street war es ein enttäuschender Tag. Die großen Indizes schlossen alle tief im Minus. Der S&P500 mit einem Verlust von 0,84 Prozent und der Nasdaq sogar mit einem Rückgang von 1,43 Prozent.
Die Nvidia-Aktie stand sogar zeitweise mit einem Verlust von mehr als 5 Prozent. Am Ende des Tages wurde mit einem Rückgang von 2,89 Prozent geschlossen.
Auch in anderen Weltregionen standen Börsen unter Druck, insbesondere Aktien mit Bezug zu Software und Technologie.
Es ist nichts Neues, dass auch der Kryptomarkt in solchen Momenten Verluste erleidet. In Zeiten von Stress werden risikoreiche Anlagen oft über einen Kamm geschoren, wobei Anleger ihre Positionen abbauen.
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