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Nigel Farage, Vorsitzender der britischen Partei Reform UK, steht wegen seiner Verbindungen zu einflussreichen Akteuren der Kryptobranche erneut in der Kritik. Nach Recherchen der Sunday Times soll er über Jahre kostspielige Leistungen genutzt haben, die der Krypto-Unternehmer George Cottrell bezahlt hatte, ohne dies vollständig offenzulegen.

Der Zeitung zufolge übernahm Cottrell unter anderem Kosten für Sicherheit, Personal, Transport und Unterbringung. Der Aristokrat gilt seit mehr als zehn Jahren als Vertrauter Farages, geriet aber selbst bereits in die Schlagzeilen, nachdem er in den USA wegen Internetbetrugs verurteilt worden war.

Farage weist ein Fehlverhalten zurück. Die erhaltenen Vorteile hätten sich ausschließlich auf die Zeit bezogen, bevor er im Juli 2024 in das britische Unterhaus gewählt wurde. Er erklärte, alle Regeln eingehalten zu haben, und bezeichnete die Berichterstattung der Sunday Times als „Angriff“.

Nicht der erste Fall

Es ist nicht das erste Mal, dass Farage wegen seiner Verbindungen zur Kryptobranche genauer geprüft wird. Bereits Anfang des Jahres leitete die parlamentarische Aufsichtsbehörde in Großbritannien eine Untersuchung zu einer Spende über fünf Millionen britische Pfund des Krypto-Milliardärs Christopher Harborne ein, der Miteigentümer des Stablecoin-Emittenten Tether ist.

Farage argumentierte damals, er habe die Zuwendung nicht melden müssen, weil das Geld für seine persönliche Sicherheit in der Zeit vor seinem Einzug ins Parlament bestimmt gewesen sei.

Nach Darstellung der Sunday Times ging Cottrells Unterstützung weit über Sicherheitsleistungen hinaus. So soll er ehemalige Militärangehörige als Fahrer und Sicherheitskräfte für Farage engagiert haben. Zudem sollen drei Mitarbeiter, die die Social-Media-Kanäle des Politikers betreuen, von Cottrell bezahlt worden sein.

Außerdem soll Farage seit der Wahl eine gemietete fünfstöckige Immobilie in der Nähe des Buckingham Palace genutzt haben können. Eine Quelle aus dem Umfeld von Reform UK sagte jedoch, Farage habe sich meist in seiner eigenen Wohnung aufgehalten und das Objekt nur gelegentlich genutzt.

Bei seinem Amtsantritt als Abgeordneter meldete Farage lediglich eine Leistung Cottrells: eine Erstattung von weniger als 9.300 britischen Pfund für Reise-, Sicherheits- und Aufenthaltskosten im Zusammenhang mit einer Veranstaltung in Belgien.

Neue Fragen zu möglichen Interessenkonflikten

Die neuen Enthüllungen folgen kurz nach einem Bericht des Guardian, wonach Farage auch Gegenstand einer weiteren Untersuchung ist. Der Labour-Abgeordnete Phil Brickell will prüfen lassen, ob Farage versucht hat, die Bank of England zu einer Abschwächung ihrer Pläne für ein digitales Pfund zu bewegen.

Nach Ansicht Brickells könnte dies Christopher Harborne zugutekommen, der geschäftliche Interessen an Tether hat. Eine digitale Zentralbankwährung könnte schließlich mit kommerziellen Stablecoins konkurrieren.

Reform UK positioniert sich derweil weiter demonstrativ als Befürworter von Krypto. Die Partei will das Vereinigte Königreich zu einem internationalen Krypto-Hub machen, akzeptiert Spenden in Bitcoin und fordert eine niedrigere Besteuerung von Kryptogewinnen. Farage hatte die Bank of England zudem bereits aufgefordert, eine nationale Bitcoin-Reserve aufzubauen.

Mit den neuen Enthüllungen wächst der politische Druck auf Farage weiter. Er selbst bleibt dabei, sämtliche parlamentarischen Regeln eingehalten zu haben.

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