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Wer glaubt, die Zukunft der Stablecoins entscheide sich in New York oder im Silicon Valley, liegt neuen Marktanalysen zufolge falsch. Gerade in Ländern wie Nigeria, Argentinien und Brasilien wächst die Nutzung digitaler Dollars rasant. Für Millionen Menschen sind Stablecoins dort kein Anlageprodukt, sondern ein Instrument, um Ersparnisse zu schützen und internationale Zahlungen abzuwickeln.

Laut mehreren Studien dürfte das weltweite Transaktionsvolumen von Stablecoins 2025 auf mehr als 28 Billionen Dollar steigen. Damit wickeln Stablecoins inzwischen mehr Zahlungen ab als Visa und Mastercard zusammen.

Schwellenländer geben das Tempo vor

Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert in der Regel an den US-Dollar gekoppelt ist. Dadurch bleiben sie vergleichsweise stabil und bieten vielen Menschen eine Alternative zu lokalen Währungen, die rasch an Wert verlieren.

Besonders deutlich zeigt sich das in Ländern mit hoher Inflation oder schwacher Währung.

Mehr als 26 Millionen Menschen nutzen in Nigeria inzwischen Krypto. Rund 59 Prozent von ihnen halten den Stablecoin USDT. Auch in Argentinien entfallen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Kryptotransaktionen auf Stablecoins. Wegen der extrem hohen Inflation und des eingeschränkten Zugangs zu US-Dollar greifen immer mehr Einwohner auf digitale Dollars zurück.

In Brasilien liefen im ersten Halbjahr 2025 mehr als 90 Prozent der Krypto-Zuflüsse, insgesamt knapp 319 Milliarden Dollar, über Stablecoins. Zugleich stieg der Blockchain-Verkehr in Subsahara-Afrika um 52 Prozent auf mehr als 205 Milliarden Dollar.

Für Millionen Menschen sind Stablecoins damit zu einem praktischen Zahlungsmittel und zu einem Weg geworden, Kaufkraft zu sichern.

Investoren blicken weiter vor allem auf die USA

Bemerkenswert ist, dass der Großteil des Investitionskapitals weiterhin in Unternehmen in den USA und Europa fließt.

Die Analyseplattform Stablescape beobachtet weltweit rund 3.000 Stablecoin- und Krypto-Fintech-Unternehmen. Mehr als 1.300 davon haben ihren Sitz in den USA. Während die stärkste Nachfrage aus Lateinamerika, Afrika, Südostasien und dem Nahen Osten kommt, befinden sich nur 32 Prozent der Unternehmen in diesen Regionen.

Nach Einschätzung der Forscher lassen Investoren dadurch Chancen in Märkten liegen, in denen Stablecoins inzwischen zum festen Bestandteil des Alltags geworden sind.

Auch Banken entdecken Stablecoins

Zugleich nimmt auch das Interesse des traditionellen Finanzsektors zu. Große Namen wie BlackRock, JPMorgan und Fidelity investieren in Anwendungen für internationale Zahlungen, Tokenisierung und die Abwicklung von Finanztransaktionen.

Auch Unternehmen nutzen Stablecoins zunehmend. In Lateinamerika stieg das monatliche Volumen geschäftlicher Zahlungen über Stablecoins von weniger als 100 Millionen Dollar Anfang 2023 auf mehr als 6 Milliarden Dollar Mitte 2025.

Immer mehr Kryptounternehmen stellen sich darauf ein. Yellow Card konzentriert sich inzwischen vollständig auf Zahlungslösungen für Unternehmen in Afrika. Das mexikanische Unternehmen Bitso hat sich mit internationalen Zahlungskorridoren zwischen Mexiko und den USA eine starke Position aufgebaut.

Stablecoins stehen erst am Anfang

Auch die Regulierung entwickelt sich schnell. Europa hat mit MiCA bereits einen Rechtsrahmen eingeführt, während in den USA der GENIUS Act für mehr Klarheit bei Stablecoins sorgen soll. Zugleich führen auch mehrere afrikanische Länder neue Lizenzsysteme und Vorschriften für Kryptounternehmen ein.

Den Forschern zufolge zeichnet sich dadurch eine Zweiteilung des Marktes ab. In westlichen Ländern richten sich Stablecoin-Unternehmen zunehmend an Banken und große Finanzinstitute. In Schwellenländern geht es dagegen vor allem um Verbraucher und Unternehmer, die ihr Vermögen vor Inflation schützen und unkompliziert international zahlen wollen.

Gerade diese zweite Gruppe sorgt derzeit für das stärkste Wachstum. Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Schwellenländer die Zukunft der Stablecoins prägen, sondern wann internationale Investoren ihren Blick endgültig auf diese Märkte richten.

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