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Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine könnte in eine neue Phase eintreten. Vor dem NATO-Gipfel in Ankara sorgen diplomatische Signale, ukrainische Drohnenangriffe und neue russische Raketenangriffe auf Kyjiw für zunehmende Nervosität an den Märkten.
Laut CNBC sprach Donald Trump am vergangenen Wochenende getrennt mit Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. Gleichzeitig griff die Ukraine russische Ölinfrastruktur und militärische Ziele an, während Russland erneut einen groß angelegten Angriff auf Kyjiw startete.
Selenskyj sagte, er habe mit Trump über die Lage an der Front gesprochen. Die Gespräche sollen während des NATO-Gipfels fortgesetzt werden. Nach seinen Worten spielt die Entschlossenheit der USA eine entscheidende Rolle für ein Ende des Krieges.
Der Kreml teilte unterdessen mit, Trump habe rund 90 Minuten mit Putin gesprochen. Ein Kreml-Berater bezeichnete das Gespräch als sachlich und konstruktiv. Trump habe angeboten, bei der Suche nach einer Lösung zu helfen.
Das passt zu Trumps früherem Versprechen, den Krieg rasch beenden zu können. Unklar bleibt jedoch, wie groß der Spielraum für eine Einigung tatsächlich ist. Die Interessen liegen weit auseinander, und beide Seiten versuchen, ihre Position auf dem Schlachtfeld zu stärken, bevor mögliche Verhandlungen ernsthaft beginnen.
Die Ukraine erhöht seit Wochen den Druck auf Russland mit Angriffen auf Energieinfrastruktur. Nach Angaben ukrainischer Vertreter wurden unter anderem ein großes Ölterminal in Sankt Petersburg und der Marinestützpunkt Kronstadt getroffen. Auch Ölanlagen in den Regionen Jaroslawl und Leningrad sollen angegriffen worden sein.
Das ist von Bedeutung, weil Öleinnahmen für Russlands Kriegskasse weiterhin zentral sind. Mit Angriffen auf diese Infrastruktur versucht Kyjiw, den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen und politischen Druck auf den Kreml aufzubauen.
Für die Märkte ist das heikel. Angriffe auf Energieinfrastruktur können sich schnell auf Ölpreise, Inflationserwartungen und Rüstungsaktien auswirken.
Russland reagierte mit neuen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kyjiw. Nach Angaben der Behörden kamen dabei mindestens elf Menschen ums Leben, Wohngebäude wurden schwer beschädigt.
Der Zeitpunkt ist auffällig und aus russischer Sicht womöglich sogar ungeschickt. Der Angriff erfolgte kurz vor dem NATO-Gipfel, bei dem die Unterstützung für die Ukraine, europäische Verteidigungsausgaben und die Rolle der USA im Mittelpunkt stehen.
Russland versucht unterdessen, den Eindruck zu vermitteln, auf dem Schlachtfeld Fortschritte zu erzielen. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War könnte Putin damit westliche Staaten davon überzeugen wollen, dass weitere Unterstützung für die Ukraine zwecklos sei.
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