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Netflix hat erneut starke Quartalszahlen vorgelegt, doch Anleger zeigen sich keineswegs überzeugt. Der Streamingdienst steigerte Umsatz und Gewinn und meldete für die erste Jahreshälfte einen Rekord bei den angesehenen Stunden. Dennoch verlor die Aktie nachbörslich mehr als neun Prozent, weil der Ausblick für die kommenden Quartale hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieb.
Netflix erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 12,56 Milliarden Dollar, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit blieb das Unternehmen knapp unter den Erwartungen der Analysten, die mit 12,58 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Der Nettogewinn lag bei 3,4 Milliarden Dollar, entsprechend 80 Cent je Aktie. Das war etwas mehr als erwartet.
Für Enttäuschung sorgte jedoch auch der Ausblick. Für das dritte Quartal rechnet Netflix mit einem Umsatz von 12,86 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 82 Cent je Aktie. Beide Werte liegen unter den Schätzungen der Analysten.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Netflix nun einen Umsatz zwischen 51 und 51,4 Milliarden Dollar. Damit wurde die zuvor genannte Spanne leicht eingeengt, Anleger hatten jedoch auf eine stärkere Wachstumsprognose gehofft.
Auffällig ist, dass die Nutzung von Netflix weiter zunimmt. Weltweit sahen Nutzer in der ersten Jahreshälfte zusammen mehr als 97 Milliarden Stunden Filme und Serien auf der Plattform, ein neuer Rekord.
Nach Angaben von Netflix zahlen sich Preiserhöhungen weiterhin aus, auch die Zahl der Mitglieder wächst weiter. Zudem erwartet das Unternehmen, dass sich die Werbeerlöse in diesem Jahr auf rund 3 Milliarden Dollar etwa verdoppeln.
Dennoch wächst bei Anlegern die Sorge vor der Konkurrenz. Plattformen wie YouTube und TikTok ziehen immer mehr Nutzungszeit auf sich. Zudem investiert Netflix massiv in Live-Sport, Events, Games, Podcasts und kürzere Videos, um Nutzer länger an die Plattform zu binden.
Auch die Entscheidung, Zuschauerzahlen seltener zu veröffentlichen, kam am Markt schlecht an. Der halbjährliche Bericht What We Watched, in dem Netflix die meistgesehenen Filme und Serien ausweist, erscheint ab 2027 nur noch einmal im Jahr.
Netflix zufolge soll der Fokus damit stärker auf Umsatz und Gewinn liegen. Analysten sehen darin hingegen einen Schritt, der die Beurteilung der Nutzerbindung erschwert.
In der Erläuterung der Zahlen betonte Co-Chef Greg Peters, dass die Sehdauer nicht eins zu eins mit Umsatz oder Gewinn zusammenhänge. Bestimmte Inhalte wie Live-Sport brächten vergleichsweise hohe Werbeeinnahmen und neue Abonnements, obwohl sie nur einen kleinen Teil der gesamten Sehdauer ausmachten.
Doch weder diese Erklärung noch die starken Quartalszahlen konnten den Markt überzeugen. Die Netflix-Aktie verlor nach Vorlage der Zahlen mehr als neun Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs inzwischen mehr als zwanzig Prozent im Minus.
Netflix wächst damit weiterhin profitabel. Anleger stellen jedoch zunehmend infrage, ob dieses Wachstum ausreicht, um den schärferen Wettbewerb und die höheren Investitionen zu rechtfertigen.
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