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Eine Spekulation mit dem Dogecoin (DOGE) bringt dem US-Regisseur Carl Rinsch 30 Monate Haft ein. Er veruntreute 11 Millionen Dollar von Netflix und steckte das Geld in den Memecoin. Mit seinen Kryptogewinnen finanzierte er einen luxuriösen Lebensstil, nun muss er für Jahre ins Gefängnis.

Gericht verhängt 30 Monate Haft

Carl Rinsch, vor allem bekannt durch den Film 47 Ronin aus dem Jahr 2013, wurde am Montag in New York von Richter Jed Rakoff zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt. Das teilte das US-Justizministerium mit.

Hinzu kommen drei Jahre Bewährungsaufsicht und Schadenersatz in Höhe von 11 Millionen Dollar. Dem Regisseur hatten bis zu 90 Jahre Haft gedroht, die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre gefordert.

Eine Jury in Manhattan hatte Rinsch bereits im Dezember unter anderem wegen Wire Fraud und Geldwäsche schuldig gesprochen. Wire Fraud ist im US-Recht ein Straftatbestand für Finanzbetrug über Kommunikationsmittel.

Vom Netflix-Deal zur Dogecoin-Wette

Netflix hatte dem Regisseur bereits 44 Millionen Dollar für die Sci-Fi-Serie Conquest gezahlt. 2020 bat er um weitere 11 Millionen Dollar, um die Produktion fertigzustellen. Das Geld landete jedoch größtenteils auf seinem privaten Anlagekonto.

Innerhalb weniger Wochen verlor er 5,9 Millionen Dollar mit spekulativen Optionen, darunter Wetten auf den Hersteller eines Covid-Medikaments und auf einen Börsencrash. Mit den verbliebenen 4 Millionen Dollar ging Rinsch die nächste Wette ein: Er überwies das Geld an die Kryptobörse Kraken und kaufte Dogecoin.

Das erwies sich als lukrativer Schritt, weil der Hunde-Coin 2021 auch dank der Unterstützung von Elon Musk stark zulegte. Rinsch realisierte im Mai desselben Jahres fast 27 Millionen Dollar.

„Vielen Dank – Gott segne Krypto“, schrieb er laut The New York Times an einen Kraken-Mitarbeiter.

Fünf Rolls-Royce und ein Ferrari

Von den Gewinnen kaufte Rinsch fünf Rolls-Royce und einen Ferrari, eine Vacheron-Constantin-Uhr für 388.000 Dollar sowie Möbel und Designerkleidung im Wert von mehreren Millionen Dollar. Ein forensischer Buchprüfer bezifferte die Luxusausgaben auf 8,7 Millionen Dollar.

Statt Netflix zurückzuzahlen, verklagte Rinsch den Streamingdienst sogar auf 14 Millionen Dollar, die ihm nach eigener Darstellung noch zustanden. Ein Schiedsrichter wies die Forderung zurück.

Die Verteidigung verwies auf eine unbehandelte psychische Erkrankung. Auch Keanu Reeves, selbst Produzent der gescheiterten Serie, bat in einem Brief um Milde.

Rakoff sagte, eine „falsche Medikation“ habe möglicherweise „eine Rolle gespielt“. Rinsch sei jedoch „fest entschlossen gewesen, zu lügen, um erhebliche Summen von Netflix zu erhalten“.

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