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Die NATO hat eine iranische ballistische Rakete abgefangen, die auf dem Weg in den türkischen Luftraum war. Der Vorfall ereignete sich, während die Spannungen im Nahen Osten weiter zunehmen, verursacht durch die jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran.
Laut der Türkei wurde die Rakete über dem östlichen Mittelmeer von den Luftverteidigungssystemen des Militärbündnisses zerstört.
Es ist das erste Mal, dass die NATO direkt in den Schutz eines Mitgliedsstaates vor einem aus dem Iran abgefeuerten Geschoss involviert ist.
Die Rakete wurde laut dem türkischen Verteidigungsministerium von Iran aus gestartet und flog anschließend durch den Luftraum von Irak und Syrien. Die NATO-Luftverteidigung im östlichen Mittelmeerraum fing das Geschoss ab, bevor es den türkischen Luftraum erreichen konnte.
NATO-Sprecherin Allison Hart verurteilte den Angriff in einer Erklärung.
„Wir verurteilen die Tatsache, dass Iran die Türkei angegriffen hat. Die NATO steht voll hinter all ihren Verbündeten, einschließlich der Türkei, während der Iran weiterhin willkürliche Angriffe in der Region durchführt.“
Den türkischen Behörden zufolge handelte es sich um eine ballistische Rakete. Trümmer der Abwehrrakete landeten in der südlichen Provinz Hatay. Es wurden keine Opfer gemeldet.
Der Vorfall verdeutlicht, wie schnell sich der Konflikt im Nahen Osten auf andere Länder ausweiten kann. Der Krieg zwischen Iran und seinen Gegnern dauert mittlerweile fünf Tage an.
Die Türkei selbst nimmt nicht aktiv an den Kämpfen teil und hat auch keine Genehmigung erteilt, ihren Luftraum für Angriffe auf Iran zu nutzen. Dennoch spielt das Land eine wichtige Rolle im NATO-Raketenabwehrsystem.
In der türkischen Stadt Kürecik befindet sich ein Frühwarnsystem, das ein entscheidendes Element in der ballistischen Raketenabwehr der NATO darstellt. Dieses Radar liegt etwa siebenhundert Kilometer von der iranischen Grenze entfernt.
Der Ort, an dem die Trümmer niedergingen, liegt etwa hundert Kilometer von der Luftwaffenbasis Incirlik entfernt, wo die USA in der Vergangenheit militärische Mittel stationiert haben.
Nach dem Vorfall erklärte die türkische Regierung, dass das Land sich das Recht vorbehält, auf feindliche Aktionen zu reagieren.
„Wir erinnern alle Parteien daran, dass wir uns das Recht vorbehalten, auf jede feindliche Handlung gegen unser Land zu reagieren,“ so das türkische Verteidigungsministerium.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach nach dem Vorfall telefonisch mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi. Laut türkischen Medien warnte er den Iran, dass eine weitere Eskalation den Konflikt auf andere Länder in der Region ausweiten könnte.
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