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In den vergangenen Jahren haben Hunderte Unternehmen eine Bitcoin-Reserve aufgebaut. Doch der Bärenmarkt zwingt immer mehr von ihnen, diese Strategie zu überdenken. Nun trifft es auch das Nasdaq-Unternehmen K Wave Media, das einst große Pläne hatte und 10.000 BTC anhäufen wollte.

Jetzt wirbt das Unternehmen bei Investoren um 250 Millionen Dollar – wenig überraschend für künstliche Intelligenz (KI).

Von 10.000 Bitcoins auf null

K Wave Media reichte am 30. Juni bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag ein, um bis zu 250 Millionen Dollar aufzunehmen. Möglich wäre das über Aktien, Anleihen und andere Finanzinstrumente.

Dabei handelt es sich um eine sogenannte Shelf Registration. Ein Unternehmen lässt damit vorab ein größeres Kontingent an Aktien und Anleihen registrieren, das später in Tranchen verkauft werden kann. Solange der Börsenwert von K Wave unter 75 Millionen Dollar liegt, darf das Unternehmen tatsächlich nur einen Teil dieser Summe aufnehmen.

Aus demselben Dokument geht hervor, dass das Bitcoin-Abenteuer vollständig beendet ist. Am 29. April verkaufte K Wave 88 Bitcoins, um Schulden in Höhe von 6 Millionen Dollar zu tilgen. Am 6. Mai wurde der Rest abgestoßen, seither steht der Bestand bei null.

Diese 88 Coins waren im Juli 2025 als symbolischer Auftakt gekauft worden. Mit Finanzierungen von bis zu 1 Milliarde Dollar wollte K Wave nach dem Vorbild von Strategy auf 10.000 Bitcoins wachsen. Das Unternehmen von Michael Saylor ist mit mehr als 847.000 Coins der unangefochtene Marktführer unter den Bitcoin-Reserveunternehmen.

Angeschlagenes Unternehmen kämpft um Nasdaq-Notierung

Bereits im Mai verlagerte K Wave rund 485 Millionen Dollar an Finanzierungsspielraum von Bitcoin in KI-Infrastruktur. Die Aktie brach an diesem Tag um 24 Prozent ein.

Das Unternehmen konzentriert sich nun auf Rechenzentren und GPUs, also spezialisierte Chips, mit denen KI-Modelle trainiert werden. Zudem wird die wichtigste Unterhaltungssparte verkauft, um Schulden von rund 48 Millionen Dollar abzubauen. Die Aktionäre stimmen in der kommenden Woche über einen neuen Namen ab: Talivar Technologies.

Die Aktie notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei rund 0,20 Dollar und liegt nur wenige Cent über dem niedrigsten Stand seit dem Börsengang. Vor einem Jahr, als auch der Bitcoin-Kurs deutlich höher stand, wurden noch mehr als 5 Dollar gezahlt.

Die Nasdaq warnte K Wave in diesem Jahr zudem bereits zweimal, dass das Unternehmen die Börsenregeln nicht mehr erfüllt. Im Januar, weil die Aktie unter 1 Dollar notiert, und im Juni, weil die frei handelbaren Aktien weniger wert sind als das vorgeschriebene Minimum von 15 Millionen Dollar.

Um ein Delisting zu verhindern, prüft das Unternehmen einen Reverse Split. Dabei werden mehrere Aktien zu einer teureren Aktie zusammengelegt, damit der Kurs wieder über die erforderliche Schwelle steigt.

Immer mehr Unternehmen ziehen die Reißleine

K Wave ist längst nicht das einzige Unternehmen, das seine digitalen Coins verkauft. Der Chiphersteller Sequans machte im November, kurz nach Beginn des Krypto-Winters, den Anfang und veräußerte 970 Bitcoins, um damit die Hälfte seiner Schulden von 189 Millionen Dollar zu tilgen.

Danach folgten weitere Fälle. Nakamoto Holdings verkaufte Bitcoins mit einem Verlust von rund 40 Prozent, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Selbst Strategy meldete den ersten Verkauf seit vier Jahren – den zweiten Verkauf überhaupt –, auch wenn es nur um 32 Coins ging.

Saylors Unternehmen verfügt inzwischen allerdings über ein Bitcoin-Verkaufsprogramm, über das es bis zu 1,25 Milliarden Dollar am Markt platzieren darf, vor allem um Mittel für Dividendenzahlungen freizusetzen.

Auch viele Miner haben große Bitcoin-Bestände verkauft. Wie K Wave Media tauschen zudem zahlreiche Anbieter den digitalen Coin gegen KI ein. Sie verfügen bereits über große Rechenzentren mit hoher Rechenleistung und günstigen Stromverträgen – genau das, was KI-Unternehmen für den Betrieb ihrer Modelle benötigen.

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