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Iran hat die Huthi-Rebellen im Jemen aufgefordert, sich auf eine Sperrung des Bab al-Mandab vorzubereiten, des strategisch wichtigen Zugangs zum Roten Meer. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters. Der Schritt soll demnach erfolgen, falls die Vereinigten Staaten iranische Energieinfrastruktur angreifen. Damit droht neben der Straße von Hormus auch eine zweite zentrale Route für den weltweiten Ölhandel auszufallen.
Werden beide Seewege gleichzeitig gestört, könnte das die internationalen Energiemärkte erheblich belasten. Die Spannungen zwischen Teheran und Washington haben sich in den vergangenen Tagen erneut deutlich verschärft.

Nach Angaben von Reuters wurde der Plan in der iranischen Führung beraten und inzwischen an die Huthi übermittelt. Eine der Bewegung nahestehende Quelle sagte, Raketen und Drohnen seien bereits nahe dem Bab al-Mandab in Stellung gebracht worden, der schmalen Meerenge zwischen Jemen und dem Horn von Afrika. Die Gruppe warte nur noch auf den Befehl zum Einsatz.
Der Bab al-Mandab zählt neben der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen für die globale Energieversorgung. Seit Iran die Straße von Hormus geschlossen hat, wird ein großer Teil der Ölexporte aus der Golfregion über das Rote Meer umgeleitet. Inzwischen laufen rund sieben Prozent der weltweiten Energieversorgung über diese Route.
Wird auch diese Passage blockiert, wären die beiden wichtigsten Ölkorridore des Nahen Ostens gleichzeitig beeinträchtigt. Das würde den Druck auf den Ölpreis und die Weltwirtschaft weiter erhöhen.
Nach Angaben regionaler Quellen nimmt Saudi-Arabien die iranische Drohung sehr ernst. Riad soll überzeugt sein, dass die Huthi bei den Plänen rund um das Rote Meer inzwischen eng mit Iran zusammenarbeiten.
Die Spannungen haben sich in dieser Woche weiter verschärft, nachdem die Huthi Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert hatten. Damit endete eine Waffenruhe, die fast vier Jahre gehalten hatte.
Der Analyst Torbjorn Solvedt von Verisk Maplecroft warnt, eine Eskalation könnte erhebliche Folgen für den Energiemarkt haben. Sollten die Kämpfe auf Häfen und Schifffahrtsrouten im Roten Meer übergreifen, fiele aus seiner Sicht die wichtigste Ausweichroute für Ölexporte aus der Golfregion weg.
Die aktuelle Krise begann, nachdem Israel und die Vereinigten Staaten Ende Februar Angriffe auf Iran durchgeführt hatten. Als Reaktion schloss Teheran die Straße von Hormus, durch die vor dem Konflikt rund ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung lief.
Eine vorübergehende Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hielt nur kurz. Nachdem Präsident Donald Trump in dieser Woche erneut damit gedroht hatte, iranische Kraftwerke anzugreifen, scheint Teheran den Druck nun weiter zu erhöhen und auch das Rote Meer als strategisches Druckmittel einzusetzen.
Eine Störung der Schifffahrt im Bab al-Mandab wäre vergleichsweise einfach. Schon begrenzte Angriffe auf vorbeifahrende Schiffe könnten ausreichen, um den internationalen Seeverkehr erheblich zu beeinträchtigen.
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