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Ein 20-jähriger südkoreanischer Anleger ist wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen worden, nachdem er einen bekannten Finanz-YouTuber niedergestochen haben soll. Nach Angaben der Polizei handelte der Verdächtige aus Rache, weil er nach Anlageempfehlungen des Content Creators hohe Verluste erlitten hatte.

Der Angriff ereignete sich am selben Tag, an dem der südkoreanische Aktienmarkt einen historischen Einbruch verzeichnete und Hunderttausende Anleger in finanzielle Schwierigkeiten gerieten.

Börsencrash soll Wut ausgelöst haben

Nach Angaben der südkoreanischen Zeitung Chosun Daily hat die Polizei einen 20-jährigen Mann wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen. Er soll einem 40-jährigen Finanz-YouTuber mehrfach ins Gesicht gestochen haben.

Aus den Ermittlungen geht hervor, dass der Verdächtige den YouTube-Kanal des Opfers abonniert hatte. Seine Anlageentscheidungen soll er weitgehend auf die Empfehlungen des Content Creators gestützt haben. Als diese Investments schließlich hohe Verluste verursachten, schlug die Frustration nach Darstellung der Behörden in Gewalt um.

Das Opfer erlitt mehrere Verletzungen, schwebt nach Angaben der Behörden inzwischen aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Der Angriff ereignete sich am 13. Juli, dem Tag, an dem die südkoreanische Börse einen der schwersten Handelstage ihrer Geschichte erlebte. Der KOSPI-Index verlor rund neun Prozent.

Besonders Technologiewerte gerieten massiv unter Druck. Der Chipkonzern SK Hynix büßte 15,4 Prozent seines Börsenwerts ein, Samsung Electronics beendete den Handelstag mit einem Minus von 10,7 Prozent.

Hunderttausende Anleger von Zwangsverkäufen betroffen

Nach Angaben der Analyseplattform Bull Theory gerieten an diesem Tag rund 1,2 Millionen südkoreanische Anleger in Schwierigkeiten, weil sie mit geliehenem Geld investiert hatten. Bei einem starken Kursrückgang kann ein Broker eine Nachschussforderung stellen. Anleger müssen dann sofort zusätzliches Kapital einzahlen oder Positionen schließen, um weitere Verluste zu begrenzen.

Bull Theory schätzt, dass letztlich zwischen 320.000 und 360.000 Anlagekonten automatisch liquidiert wurden. Viele Anleger verloren dadurch ihren gesamten Einsatz. Ein Teil blieb zudem mit Schulden beim Broker zurück.

In welche Aktien der Verdächtige genau investiert hatte und wie hoch seine persönlichen Verluste waren, ist bislang nicht bekannt.

Polizei prüft Motiv weiter

Die südkoreanische Polizei untersucht weiterhin, ob der finanzielle Schaden tatsächlich das unmittelbare Motiv für die Messerattacke war. Die Behörden bereiten inzwischen einen formellen Haftbefehl vor.

Wann sich das Gericht inhaltlich mit dem Fall befasst, ist noch offen.

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